Revierförster trifft die Eigentümer
Jüdenberg/MZ. - Dennoch zeigten sich die etwa 25 der aktuell 68 Mitglieder der FBG, die an der jüngsten Begehung teilnahmen, zufrieden mit den Aussagen von Helmut Behrendt.
Der bestens vorbereitete Revierförster des Betreuungsforstamts Dessau nahm sich einen feucht-kühlen Vormittag Zeit, die immer wieder um Informationen bittende Gruppe von Waldbesitzern nach der Premiere im vergangenen Jahr zum zweiten Mal zu Flächen im Umfeld der Müchauer Mühle zwischen Oranienbaum und Jüdenberg zu führen.
Dort erläuterte er zum Beispiel die Wiederaufforstung, die aufgrund des Anfang 2007 über Deutschland tobenden Orkans Kyrill vielerorts unumgänglich war. Schon vor dem Start der Tour zollte freilich Steffen Seiffert, der seit 2007 den Vorsitz der Forstbetriebsgemeinschaft ausübt, Behrendt ein dickes Lob. Der Förster aus dem Forstrevier Dachsberg, gelegen im Schierauer Ortsteil Niesau, sehe das fremde Eigentum, das sich ab Anfang 2009 über 724 Hektar erstrecken wird, wie seinen eigenen Besitz an.
"Der Mann ist ein Glücksfall", unterstrich Seiffert. Und als solcher gereiche er allen Mitgliedern der seit mittlerweile 15 Jahren bestehenden FBG zum Vorteil.
Zunächst eine 0,7 Hektar große Fläche in Augenschein nehmend, erklärte Helmut Behrendt, dass allein für die Aufforstung dieses umzäunten Areals 5 653 Euro an Fördergeldern in Anspruch genommen wurden. Für die insgesamt 20,83 Hektar seien es in der Summe 133 000 Euro gewesen. Wobei man nicht vergessen dürfe, dass jeder Waldeigentümer von der endgültigen Rechnung zwischen 15 und 20 Prozent aus seiner privaten Geldbörse zahle.
Einig waren sich die Teilnehmer an der Exkursion und der Förster, dass es nichts bringe, riesige Forstbetriebsgemeinschaften ins Leben zu rufen, für die ein ehrenamtlicher Geschäftsführer nicht mehr ausreiche. "Die aktuelle Situation gewährleistet eine bessere Überschaubarkeit", konstatierte Behrendt, der während des Rundgangs für die Ansiedlung von Laubholzkulturen zwischen Nadelgehölzen eintrat. "Einerseits möchte man Monokulturen vermeiden. Andererseits ist die Ausrottung der Kiefer nicht das Programm", führte er aus.
An einem unscheinbaren Graben angelangt, empfahl er den zwei betroffenen Eigentümern des Waldstücks, einen missratenen Pappelbestand in nächster Zeit umzuwandeln. "An der Stelle würde ich mit der ökologisch wertvolleren Traubeneiche arbeiten", formulierte der Fachmann, von dem auch zu erfahren war, dass die Eichen gleich nebenan mit Bedacht nur jeweils einen halben Meter voneinander entfernt gepflanzt wurden. "So ziehen sie sich in den nächsten 20 bis 30 Jahren gegenseitig hoch und bleiben von Ästen frei", lautete die Begründung.
Angesichts der genannten Zeitspanne merkte Bernd Paufler aus dem Kreis der Waldbesitzer an, dass man bei allen Investitionen in die Bestände die Nachfahren im Blick behalte. "Es bringt gar nichts, wenn wir sagen, nach uns die Sintflut", sagte der Mann aus dem Oranienbaumer Ortsteil Goltewitz, bevor die interessante Begehung im Jüdenberger "Dorfkrug" ihren Ausklang fand.