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Landkreis Wittenberg Landkreis Wittenberg: Zurück von «cooler» Ministrantenwallfahrt

08.08.2010, 18:04

WITTENBERG/MZ/SHO. - "Ein volles Programm und ein unglaublich tolles Erlebnis", so fasst Martin Gaschler am Sonnabend seine ersten Eindrücke unmittelbar nach der Rückkehr aus Rom zusammen. Der 28-jährige Wittenberger war einer von über 50 000 jungen Menschen aus 17 Ländern, die zu einer internationalen Ministrantenwallfahrt in die Ewige Stadt aufgebrochen waren. Mit rund 45 000 Messdienern und Messdienerinnen stellten Teilnehmer aus der Bundesrepublik die übergroße Mehrheit, daneben waren junge Christen aus Österreich, der Schweiz, Italien, Albanien und Serbien mit von der Partie. Erkennungszeichen der Nationen waren je nach Herkunftsland verschiedenfarbige Pilgertücher, die im Laufe der Woche zu begehrten Tauschobjekten wurden.

So viele verschiedene Leute zu treffen, die ähnlich dächten und sich mit ihnen über Gott und die Welt auszutauschen sei einfach "eine coole Sache", befand Sophie Loos. Für die 17-Jährige war es bereits der zweite Aufenthalt in Rom. Die erste Reise vor vier Jahren hatte sie so beeindruckt, dass sie diesmal unbedingt wieder mitfahren wollte. Höhepunkte der einwöchigen Tour auszumachen, fiel den beiden Wittenbergern angesichts eines vielfältigen Programms schwer. Neben zahlreichen Besichtigungstouren durch Rom samt Kolosseum und Forum Romanum sowie einem Abstecher nach Siena, erkundeten die Messdiener diverse Kirchen und feierten auch im kleineren Kreis gemeinsam Gottesdienste. Allein schon die Stadt an sich mit ihren 2 000 Jahre alten Bauten sei überwältigend, so Martin Gaschler. Dass die Gruppe außerhalb des Zentrums untergebracht war, habe zwar die Chance eröffnet, die einstürmenden Bilder abends in Ruhe zu verarbeiten. Andererseits habe man so das nächtliche Rom nicht erlebt. "Die spanische Treppe am Abend - das wäre schon schön gewesen."

Was bei den jungen Katholiken indes die stärksten Eindrücke hinterlassen hat, sind nicht allein Bauwerke und historischer Reichtum. Obschon es "unbeschreiblich ist, durch die Tür des Petersdomes zu treten und sich inmitten der unerwartet großen Kirche ganz klein zu fühlen", sei es vor allem das Gemeinschaftserlebnis, das als prägende Erfahrung im Gedächtnis haften bleibe, findet Gaschler, "die Nähe, die entsteht, obwohl man sich gar nicht kennt, wenn man mit Zigtausenden zusammen auf dem Petersplatz steht und langsam zum Dom vordringt".

Vikar Christian Kobert, der die Wittenberger begleitet hat, kann das gut nachvollziehen. Obschon er erst vor einem halben Jahr das letzte Mal in Rom gewesen sei, bliebe es jedes Mal ein einzigartiges Gefühl nach Rom und in den Vatikan zu kommen, den Heiligen Vater zu sehen. Er hoffe, wünscht sich der Geistliche, dass bei den jungen Leuten auch im Alltag noch lange etwas davon hängen bleibe.