1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Wittenberg
  6. >
  7. Kreis Wittenberg: Kreis Wittenberg: Reiten wie bei Winnetou

Kreis Wittenberg Kreis Wittenberg: Reiten wie bei Winnetou

Von KARINA BLÜTHGEN 10.12.2012, 18:25

PATZSCHWIG/MZ. - Es war kalt im Wilden Westen. Das heftige Schneetreiben hüllte Indianer wie Cowboys gleichermaßen ein, die zur Musik der Winnetou-Filme in die Halle des Patzschwiger Reiterhofes einritten. Und selbst dahin hatte es der Schnee geschafft, durch die kleinsten Ritzen puderte die weiße Pracht eine Seite ein.

Passende Kulisse

Eigentlich war dies die passende Kulisse für das traditionelle Weihnachtsreiten des Reitvereins "Wiesengrund", doch hatte es Petrus mit der Schneemenge ein bisschen zu gut gemeint. Die Anreise mit dem Auto gestaltete sich schwierig. "Eine Absage? Wir hatten es in Erwägung gezogen, aber man findet so schnell keinen neuen Termin. Und die Kinder hatten sich doch vorbereitet", sagte die Vereinsvorsitzende Katrin Sprung.

"Abreiten geht heute gar nicht", meinte denn auch Sabine Dziabel. Da mussten die geübten Reiter im Verein etwas improvisieren. Die Frau aus Pressel und einige andere zeigten die westernmäßige "Kuhle Quadrille" und ließen sich willig von den "Cowboys" Sven Postel und Iris Giese treiben. "Wir kommen von der Wiese", brachte Andrea Grabe aus Bad Schmiedeberg ein passendes Wortspiel.

Mit Spannung warteten jedoch Eltern und Großeltern auf den Auftritt der Jüngsten zu Pferde. Die "Siedlerkinder" Marie, Charlotte, Vivien, Jolina und Maya, zwischen sechs und zwölf Jahre alt, zeigten als Späher ihr Können zu Pferde. Das bedeutet in erster Linie, sicher im Sattel zu sitzen und die notwendigen Schrittwechsel zu beherrschen. Erst dann konnte der "Siedlertreck", dargestellt von Konrad Grabe als Fahrer eines Planwagens, in die Halle einfahren.

Unter den Siedlern war auch Engel Dirk Fiebig, der die blonde Perücke ausnahmsweise mal mit einem Hut vertauscht hatte. "Ein Engel im Goldfieber", meinte daraufhin Katrin Sprung. Tatsächlich ist Fiebig in seinem weißen Gewand, mit Flügeln versehen, von Beginn an beim Weihnachtsreiten dabei, verkündet in lockerer Form die nächste Programmnummer und entlockte diesmal den Zuschauern sogar ein Weihnachtslied.

Einfädeln ist nicht einfach

Für Vivien Naumann aus Kleinkorgau, neun Jahre alt, war das Weihnachtsreiten eine spannende Angelegenheit. Zwei Wochen hatten die "Indianer" für ihren Programmteil geübt. "Das Schwierigste ist das im Wechsel durchreiten", umschrieb sie das Einfädeln zweier Gruppen. Mit ihrem eigenen Pony, dem Wallach Wilson, war das jedoch kein Problem. Obwohl Vivien, wie sicher einige der anderen Kinder auch, in der Zeit fast ebenso gern gerodelt wären oder einen Schneemann gebaut hätten.

Bei frischen Waffeln und Kuchen, Glühwein und Kaffee vergingen die zwei Stunden Programm wie im Fluge. Vor allem dank so mancher lustiger Einfälle. Zum Beispiel der "Besuch von der Puderrosa-Ranch", bei dem Bert Siebensohn als Winnitatsch im Stile des "Schuh des Manitu" die Reit- und Schießlektionen des Wilden Westens sehr ungewöhnlich interpretierte, etwa mit Sonnenschirm einritt und für das Anschleichen mit Tarnung einen einzelnen Zweig dezent vor sich hertrug.

Dann war es auch schon Zeit für das Mächtigkeitsspringen der "Südstaaten-Kavallerie" als sportlichem Höhepunkt, dem der Weihnachtsmann mit seinen Gaben für die Kinder folgte. Den Zuschauern blieben schöne Erinnerungen - und die Aufgabe, sich ihren Weg durch die verschneite Prärie zu bahnen.