1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Wittenberg
  6. >
  7. Kreis Wittenberg: Kreis Wittenberg: Bürgerarbeit im Waldhaus

Kreis Wittenberg Kreis Wittenberg: Bürgerarbeit im Waldhaus

17.08.2011, 17:04

BERGWITZ/MZ/MAC. - Ilona Spruth scheut sich nicht, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen: "Ich bin glücklich. Ich lebe richtig auf", sagt die Bergwitzerin, eine von sechs Bürgerarbeitern, die seit kurzem vom Verein "Elbaue-Heideregion-Kemberg" beschäftigt werden. Ilona Spruth ist Floristin, sie hat "alles versucht, um Arbeit zu finden", macht sich aber wenig Illusionen: "Ich werde 58 Jahre alt, da wollen die uns doch nicht mehr." Durch die Bürgerarbeit hat sie eine Perspektive für die nächsten drei Jahre: "Das hilft mir sehr."

Der Verein ist ebenfalls zufrieden. Die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter habe prima funktioniert, sagt die Vorsitzende Heidrun Weise. Weil der Kreis beschlossen hat, die Sachkosten zu übernehmen, ist die finanzielle Belastung gering. Und weil der Verein sich um Betreuung und Verwaltung selbst kümmert, "können wir entscheiden, wie das Geld eingesetzt wird", so Ortsbürgermeister Reinhard Fümel (Linke). Er kündigt an, dass eigens eine Stelle geschaffen wird, um das alles zu händeln. "Wir nutzen der Stadt und fördern den Tourismus", bemerkt Fümel. Heidrun Weise betont, dass die sechs Bürgerarbeiter die "Stadt keinen Euro kosten" und verweist zudem auf Absprachen mit dem Gewerbeverein, um Konkurrenz für den ersten Arbeitsmarkt zu vermeiden.

Zweierlei hat die Mitglieder des Vereins, darunter die Stadt Kemberg, bewogen, die Möglichkeit der Bürgerarbeit zu nutzen, die im Kreis lediglich der Region Bad Schmiedeberg und Kemberg offen steht, weil es sich noch immer um ein Modell handelt. "Wir wollen helfen, Leute in Lohn und Brot zu bringen. Das ist schon auch ein Hauptmotiv", so Weise. Die vom Jobcenter Auserwählten arbeiten 30 Stunden die Woche für 900 Euro brutto, sie kommen aus Gniest, Bösewig, Klitzschena, Bergwitz, Kemberg. Zum anderen gibt es rund um das Projekt Waldhaus in Bergwitz natürlich eine Menge zu tun. Das Außengelände soll gestaltet werden - mit Barfußpfad oder Baumhaus beispielsweise, mit Slalomstrecke, Tierfährten-Weg und Backofen. Zudem ist daran gedacht, die Beschilderung der Rad- und Wanderwege auf Vordermann zu bringen. "Die ist in der Elbaue nicht optimal", weiß Heidrun Weise. Das sind die handfesteren Arbeiten - andere betreffen etwa die Erarbeitung von Chroniken und Flyern, den Ausbau der Heimatstube, das Sammeln von Sagen, die Erarbeitung und Durchführung von Freizeitangeboten.

Gegenwärtig sind im Landkreis 58 Bürgerarbeiter beschäftigt, hieß es am Mittwoch aus dem Jobcenter. Zum 1. September kommen weitere 28 bewilligte Stellen hinzu.