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Hoffen auf mehr Entgegenkommen

Von STEFANIE HOMMERS 22.03.2009, 17:57

WITTENBERG/MZ. - In der Vereinsgaststätte "Am Stadtgraben" zog der Vorstand eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Die existierenden Pachtverträge wurden im vergangenen Jahr überarbeitet, eine neue Satzung erstellt, Stützpunkte in Wittenberg, Jessen sowie Gräfenhainichen eingerichtet, die eine bessere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Mitgliedsvereinen und dem Kreisvorstand gewährleisten sollen. Nicht zuletzt wurde dem Verband Ende 2008 auf Antrag der amtliche Status kleingärtnerischer Gemeinnützigkeit zuerkannt; die Vereinskassierer erhielten eine Unterweisung zum Thema "steuerliche Gemeinnützigkeit", wie der Vereinsvorsitzende Alfred Brosch in seinem Tätigkeitsbericht darlegte.

Bei so viel trockener Materie könnte man meinen, dass die eigentliche Gartenarbeit auf der Strecke bleibt. So mancher Kleingärtner findet indes durchaus Mittel und Wege, die Liebe zum grünenden und blühenden Stück Erde mit dem ehrenamtlichen Engagement bei der Vereinsarbeit zu verbinden. Auch wenn der unbezahlte Aufwand "durchaus beträchtlich ist", wie der alte und neue Vorsitzende Alfred Brosch nach seiner Wiederwahl bekennt. Der Kemberger wird zusammen mit seiner Stellvertreterin Monika Köster aus Gräfenhainichen, Schriftführerin Gudrun Moritz aus Reinsdorf, Schatzmeister Georg Else, ebenfalls aus Reinsdorf sowie Fachberater Joachim Landschreiber aus Pratau die Geschicke des Verbandes in den kommenden vier Jahren lenken. Und das neue Führungsgremium hat sich einiges vorgenommen. Zuallererst wollen sich die Kleingartenfreunde um eine verbesserte Öffentlichkeits- sowie Nachwuchsarbeit kümmern, "damit das Produkt Kleingarten kein Ladenhüter wird", so Alfred Brosch. Zwar interessierten sich derzeit durchaus auch wieder jüngere Leute für eine Gartenparzelle, so die Erfahrung von Gudrun Moritz, von einem Trend könne man allerdings noch nicht sprechen und die Fluktuation sei hoch. "Das Freizeitangebot ist ja heutzutage riesig", bestätigt Monika Köster, "da steht der Kleingarten nicht unbedingt an erster Stelle".

Auf der Prioritätenliste der neuen Führungsmannschaft steht indes auch ein intensiverer Austausch mit Vertretern der Kommunalpolitik. Dass die Kleingärtner ihr Engagement nicht immer ausreichend gewürdigt sehen, daraus machen sie keinen Hehl. Kleingärtner erfüllen wichtige soziale und sozialpolitische Funktionen, unterstreicht Alfred Brosch, "dafür sollte es mehr Unterstützung von Seiten der Kommunen geben". Entgegenkommen erhofft sich Brosch zum Beispiel bei der Entrichtung von Straßenreinigungsgebühren, die manchen Verein erheblich belasten. Die Gärten als grüne Lunge filtern schließlich Feinstaub und sorgen so für ein besseres Klima vor Ort. "Das stellen wir der Stadt ja auch nicht in Rechnung", so der Verbandsvorsitzende. Dass die Gartenfreunde selbst für die eine oder andere Luftbelastung beim Verbrennen von Gartenabfällen verantwortlich sind, stellen sie nicht in Abrede. Ein heißes Eisen ist das Thema für sie indes nicht unbedingt. Gänzlich zu unterbinden sei das Verbrennen sicher nicht, finden die Vorstandsmitglieder, gegen strenge Kontrollen auf Einhaltung der Regelungen habe man aber nichts, unterstreicht Monika Köster, ganz im Gegenteil. Dann werde man nämlich feststellen: "Es sind nicht unbedingt die Kleingärtner, die feuern".