Evangelische Gesamtschule Gesamtschule Philipp-Melanchthon in Wittenberg: Sanierung beginnt noch dieses Jahr

Wittenberg - Der Himmel hoch oben zeigt sich am Samstag von seiner besten Seite und leuchtet mit den T-Shirts der Schüler unten um die Wette. Auf azurblauem Grund prangt ein Zitat des Namenspatrons der Evangelischen Gesamtschule Philipp Melanchthon: „Die Jugend recht bilden, ist etwas mehr als Troja erobern“. Was das besondere Bildungskonzept der Schule in freier Trägerschaft ausmacht, konnten Interessierte am Wochenende erkunden.
Schon in der Andacht zu Beginn des Tages der offenen Tür gibt Kristin Jahn die Richtung vor. „Ich bin ein Teil vom großen Ganzen“, formuliert die Pfarrerin. Jeder habe seinen Platz in der Schule, im Staat in der Gesellschaft, und durch das Miteinander entstehe etwas Neues, das über die Summe der Einzelteile hinausgehe. „Das Wissen darum macht eine evangelische Gesamtschule aus.“ Symbolträchtig weisen Puzzleteile, die jeder Besucher am Eingang erhält, darauf hin.
Steigende Schülerzahlen seit Eröffnung
Hier werde jedes Kind mitgenommen, ob groß oder klein, dick oder dünn, ob mit einem oder vielen Talenten gesegnet, sagt die frisch gewählte Vorsitzende des Fördervereins Antje Rexin und findet: „Das ist eine Bereicherung für die Schullandschaft“.
Viele Gäste sehen das ähnlich. Seit die Gesamtschule 2011 ihre Pforten öffnete, sind die Schülerzahlen stetig gestiegen. Derzeit besuchen rund 150 Jungen und Mädchen die Bildungseinrichtung; im kommenden Schuljahr werden es schon 200 sein. Tendenz weiter steigend.
Dass das derzeitige Domizil in der Geschwister-Scholl-Straße nicht mehr ausreichen wird, ist absehbar. Schon seit ein paar Jahren läuft daher die Suche nach einer neuen Unterkunft. Eine Nutzung des altehrwürdigen Melanchthon-Gymnasiums wurde ins Auge gefasst, indes konnte keine Einigung mit dem Landkreis als Eigentümer erzielt werden. „Wir hätten gern das historische Schulgebäude als Lernort revitalisiert; das hätte gut zu uns gepasst“, findet der Trägervereinsvorsitzende Christoph Hasse.
Modernes Schulgebäude bis 2018
Mittlerweile ist die Entscheidung indes zugunsten eines Neubaus gefallen. Noch in diesem Jahr soll der erste Spatenstich erfolgen. Auf dem Gelände der ehemaligen Johannes-Bugenhagen-Schule (das Gebäude wurde nach der Schließung abgerissen) entsteht ein modernes Haus, „das ganz auf die pädagogischen Bedürfnisse der Evangelischen Gesamtschule zugeschnitten ist“, so Hasse.
Die finalen Verträge würden in Kürze unterzeichnet, geplanter Bezugstermin ist 2018. Die Investitionssumme beträgt rund fünf Millionen Euro. Ohne die Begleitung des Kirchenkreises, der das finanzielle Engagement mit absichere, wäre das nicht möglich, betont Christoph Hasse.
Kleine Puzzleteile ergeben großes Ganzes
Bis es aber soweit ist, findet der Lernalltag weiter in der Geschwister-Scholl-Straße statt. Nach den Ferien wird auch Marlene Freihube hier zur Schule gehen. Sie habe sich für diese Schule entschieden, „weil sie nicht so riesig und unübersichtlich ist“, sagt die junge Wittenbergerin. Auch Mutter Sylvia Topanka-Freihube war es wichtig, dass Kinder, Lehrer und Betreuer einander alle kennen, die Kinder geborgen sind und beobachtet werden.
An diesem Tag nutzt die Familie die Möglichkeit, Räume zu erkunden, mit Pädagogen ins Gespräch zu kommen. Auf junge Mathefreunde warten Knobelaufgaben; der Erweiterungskurs English der siebten Klasse führt in die Welt des kleinen Hobbit ein, der Hauswirtschaftkurs sorgt für das leibliche Wohl. Die gesamte Angebotspalette einer integrierten Gesamtschule mit Ganztagsangebot, deren Puzzleteile sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen, ist zu erleben. (mz)