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Die feine Nase immer am Boden entlang

Von Karina Blüthgen 31.08.2008, 15:52

Oranienbaum/MZ. - Das bedeutete am Wochenende für ihn und seine Besitzerin Elinor Heilmann aus Aken den Sieg bei den Landesmeisterschaften der Fährtenhunde. 14 Teilnehmer konnte der Hundesportverein Oranienbaum, der den Titelkampf erstmals ausrichtete, am Wochenende begrüßen. Das Wetter war traumhaft.

Zumindest für die Zweibeiner. "Für die Hunde ist es schwerer, durch die Wärme", sagte Karlheinz Wolfram, Landesverbandsvorsitzender der Schutz- und Gebrauchshundesportler. Denn die ersten Fährten waren noch im morgendlichen Tau gelegt, der dann getrocknet war. "Die Hunde müssen richtig was leisten", betonte er. Zweimal mussten die Hundeführer mit ihren Tieren an den Start, zu absolvieren war je eine 1 800 Meter lange Fährte, die drei Stunden vor der Prüfung gelegt wurde und auf der sieben Fundgegenstände zu finden waren. Für jeden Hund wurde eine eigene Fährte gelegt, die rechte und spitze Winkel sowie einen Bogen beinhaltete. Eine halbe Stunde vor dem Start kreuzte zweimal ein so genannter "Verleiter" die Spur.

Und dann galt es natürlich auch noch Wildfährten zu ignorieren. "Da muss man dem Hund auch mal helfen", meinte Hartmut Dahlke. Der Wörlitzer war, trotz der Wildfährten, mit der Leistung seines fünfjährigen Schäferhundes Sturm's Canto sehr zufrieden. Von jeweils maximal 100 Punkten hatte er 91 und 95 Punkte geholt. "Für diesen Hund sind es die ersten Landesmeisterschaften", erzählte er.

Der zweite Tag lief auch für Detlef Donath mit seinem Schäferhund Veit vom Gleisdreieck, viereinhalb Jahre alt, nicht schlecht. Der Reinsdorfer, der für den Hundesportverein Senst startete, hatte nur am ersten Tag Pech. 48 Punkte bedeutete: durchgefallen. "Heute hat er gezeigt, welches Niveau er hat", war er dennoch über die 90 Punkte am Sonntag nicht enttäuscht. Denn eigentlich sei sein Hund noch etwas zu jung, ab sechs Jahre bringen Fährtenhunde die besten Leistungen, erzählte er.

Der Oranienbaumer Verein als Ausrichter hatte sich viel Mühe gegeben. 17 Mitglieder zählt der Verein, davon acht Aktive. Sponsoren hatten sie gesucht und gefunden, so konnten die Fährten auf dem Gelände des Landwirtschaftsbetriebes Selbitz gelegt werden. Und das ist bei rund zweieinhalb Hektar Fläche für eine Fährte bei insgesamt 28 Starts ein großer Bedarf. Bürgit Heerwald, seit November vorigen Jahres Vereinsvorsitzende, freute sich sichtlich über das Lob des Landesvorsitzenden Karlheinz Wolfram, dass Oranienbaum eine gute Wahl gewesen sei.

Leistungsrichter Fred Steinhoff aus Gerbstedt nannte die Leistungen wegen einiger Durchfaller übrigens "durchwachsen". "Es könnte besser sein." Das ficht Elinor Heilmann nicht an, sie ging mit ihrem Cooper nach der Anstrengung erst einmal eine Runde toben.