Dem Erwachsenwerden festlich ein großes Stück näher gekommen
Wittenberg/Coswig/MZ/kbl/gz. - "Es sind die ersten Veranstaltungen dieses Jahres in Wittenberg", sagte Birgit Hannemann vom Vorstand der Interessenvereinigung für humanistische Jugendarbeit und Jugendweihe. Zwar seien es weniger Jugendweihlinge als in den Vorjahren, aber "prozentual ist der Anteil gleich geblieben." Akkurat ging sie mit den Mädchen und Jungen vor dem Einmarsch in den großen Saal die Aufstellung durch. Kurz zuvor hatte sich Anika Dorbrietz aus Mochau noch schnell die Ohrringe ihrer Schwester geborgt. Die Haare schön zurechtgemacht, in einem langen grünen Kleid, stand sie bei ihren Mitschülerinnen der Reinsdorfer Schule.
Gymnasiast Paul Neidel aus Wittenberg war etwas aufgeregt. "Das ist man auch als Elternteil", gestand Mutter Kathrin Neidel, die schon bei der Stellprobe zugeschaut hatte. Das merkte auch Kathleen Schmidt Harms aus Abtsdorf, deren Tochter Lisa Harms die Jugendweihe erwartete. "Einschulung, Jugendweihe, Schulabschluss und irgendwann die Hochzeit - ja, das ist schon ein wichtiger Abschnitt", befand sie.
Das bisherige Leben der 13- und 14-Jährigen ließ Festredner Jens Krause Revue passieren. Der stellvertretende Vorsitzende der Interessenvereinigung sprach von Einbahnstraßen und Sackgassen, die das Leben bereit halte. Aber auch glückliche Momente würden sie erwarten. "Nutzt die Erfahrungen anderer", riet Krause. Sein Wunsch sei, dass sie immer ein klares Ziel vor Augen haben und dieses auch erreichen mögen. "Lasst langsam eure Flügel wachsen, aber vergesst nie, wo eure Wurzeln liegen."
Im Namen der Jugendweihlinge dankten Melanie Jahns aus Boos und Theresa Schaar aus Zahna Eltern, Großeltern und Lehrern für all ihre Geduld und Mühe. Feierlich wurde die Zeremonie umrahmt von der Gruppe "inflagranti", Rezitation und Tanz mit "Familienkrach". Letztere hatten eine besondere Überraschung für ihren Showtanz. Als "Aushilfe" holte sich Manfred Meißner eines der Mädchen aus dem Kreise der soeben Geehrten. So legte Sabrina Martini nach ihrer Weihe noch einen gelungenen tänzerischen Auftritt gemeinsam mit anderen auf die Bühne hin.
Auch in Coswig war Jugendweihe. Bürgermeisterin Doris Berlin (parteilos) und Marlies Wessolek von der Interessenvereinigung führten die 50 jungen Leute aus Sekundar- und Förderschule in den schönen großen Saal des "Lindenhofes". Festrednerin Berlin sprach die Jugendlichen emotional an. Ob sie sich denn schon vorstellen könnten, alles allein zu entscheiden?, fragte sie und riet ihnen, auch die Erfahrungen der Eltern zu nutzen, um den eigenen Weg zu finden.