Wespen und Hornissen Wespen und Hornissen: Was kann man gegen ungebetene Untermieter tun?

Borau - Sommerzeit ist Wespenzeit - dann können die Insekten auf der Futtersuche schon so manches Frühstück auf dem Balkon oder im Garten vermiesen. Noch schlimmer wird es, wenn die Tiere gleich ihr Nest am Haus bauen. „Wespen suchen sich warme und trockene Plätze für ihre Nester“, erklärt Luise Tympel.
Die 27-Jährige ist Geschäftsführerin der Firma Unikill in Borau, die unter anderem auf die Bekämpfung von Schädlingen wie Ratten, Mäusen und Insekten spezialisiert ist. Gerade im Sommer müssen ihre Mitarbeiter häufig Wespennester aus Dachstühlen oder Garagen entfernen.
Wespen und Hornissen: Nester sollten nicht selbstständig entfernt werden
„Die Nester sollten nicht selbstständig entfernt werden. Das sollte den Profis mit Schutzausrüstung überlassen werden“, sagt Luise Tympel. Denn auch wenn Wespen nicht grundsätzlich aggressiv seien, würden sie ihr Nest durchaus verteidigen. Die Schädlingsbekämpfer rücken dann mit Insektengift an und sprühen es in die Nester, die die Tiere aus zerkauten Holzfasern herstellen. Eine sanftere Methode gibt es nicht. „Beim Umsetzen eines Wespennestes stehen Aufwand und Nutzen nicht mehr im Verhältnis“, sagt Luise Tympel.
Bei Hornissen sieht das allerdings anders aus. „Die Tiere sind geschützt und dürfen nicht einfach getötet werden“, sagt sie. Und so müssen die Schädlingsbekämpfer tatsächlich versuchen, die Hornissen umzusiedeln. Dafür wird ein Karton über das Nest gestülpt in der Öffnung, dass er von den Hornissen als neues Heim angenommen wird. Dann können die Tiere an einem unbewohnten Standort angesiedelt werden. „Die Schädlingsbekämpfer brauchen für das Entfernen der Hornissennester aber die Genehmigung der Naturschutzbehörde“, sagt Luise Tympel.
Hornissen interessieren sich nicht für Süßes
Einen Vorteil haben Hornissen allerdings: Auch wenn ihr Stich schmerzhafter ist als der von Wespen, interessieren sie sich nicht für Süßes. Stattdessen ernähren sie sich vor allem von Pflanzensäften. Auch Wespen werden von ihnen gejagt. „Wer Hornissen auf dem Grundstück hat, hat dafür keine Wespen“, sagt Luise Tympel. Und entgegen aller Gerüchte sind Hornissen weder besonders aggressiv noch sind ihre Stiche für gesunde Menschen ohne Allergien ernsthaft gefährlich.
Grundsätzlich ist Luise Tympel aber gar nicht dafür, Wespennester unbedingt zu bekämpfen. „Viele Leute sind aufgeregt, wenn sie die Tiere sehen. Sie gehören aber nun mal zur Natur dazu“, sagt sie. So helfen Wespen etwa beim Bestäuben von Pflanzen. „Man muss nicht immer gleich Gift einsetzen.“ Wenn die Nester an einer etwas abgelegenen Stelle liegen und die Tiere niemanden gefährden, könnten sie auch toleriert werden.
Wespen und Hornissen: Nester werden nur etwa ein halbes Jahr lang genutzt
Zumal die Nester nur etwa ein halbes Jahr lang genutzt werden. Spätestens im Herbst stirbt der Großteil des Wespenvolkes. Einige Jungköniginnen hingegen verlassen die Nester zum Überwintern und gründen im nächsten Jahr neue Völker an anderen Standorten.
Für die Firma Unikill stellt die Bekämpfung von Wespennestern an Wohnhäusern allerdings nur einen kleinen Teil ihrer Aufgaben dar. „Wir kümmern uns vor allem um die Vorbeugung und Bekämpfung von Schädlingen in großen Unternehmen“, sagt Tympel. (mz)
