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Weißenfels Weißenfels: Ziel erreicht

Von Tobias schlegel 24.02.2012, 20:33

weissenfels/MZ. - Insgesamt 945 Stunden haben 20 ausländische Frauen in den vergangenen zehn Monaten die deutsche Sprache gelernt. Mit Erfolg. 18 von ihnen erhielten am vergangenen Donnerstag ein Zertifikat mit der Sprachstufe B1. "Das ist die Grundlage für den Einbürgerungstest hier in Deutschland", erklärte Kerstin Herrmann, Deutschlehrerin und Leiterin des Kurses. Dieses Zertifikat bedeute, dass sich die Frauen in bestimmten Situationen des alltäglichen Lebens ausdrücken können und Standards der deutschen Sprache beherrschen. Seit dem Jahr 2005 wird ein solcher Sprachkurs in der Weißenfelser Volkshochschule angeboten, finanziert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Zu den Absolventen gehörte auch die 27-Jährige Malgorzata Gomolka, die seit einem Jahr in Deutschland lebt und gebürtig aus Polen stammt. "Ich will in Deutschland leben und arbeiten, deshalb muss ich die Sprache lernen.", sagte die junge Mutter eines kleinen Kindes, das in den Kindergarten geht und dort Deutsch lernt. Sie selbst hat bereits Arbeit gefunden und ist als Bedienung in einem griechischen Restaurant in Weißenfels tätig. Seit 2001 lebt die Kasachin Marina Bruch in Deutschland. "Ich habe bereits in Kasachstan angefangen Deutsch zu lernen", erzählte die 41-Jährige. Arbeit habe sie zur Zeit keine, aber dabei gibt es ein größeres Problem: "Ich habe ein körperlich behindertes Kind, das ich pflegen muss. Demzufolge ist es schwer Arbeit zu finden", klagte die Frau. Sie würde jedoch jede Art von Arbeit annehmen, wenn sich diese mit der Pflege ihres Kindes vereinbaren ließe.

Deutschlehrerin Kerstin Herrmann zeigte sich mit ihren Frauen, die zwischen 27 und 58 Jahre alt sind, mehr als zufrieden: "Das war mit der beste Kurs, den ich je hatte", lobte die 51-Jährige. Alle hätten sehr diszipliniert mitgemacht und seien auch fast immer zum Unterricht erschienen. "Leicht war es sicher für alle nicht, aber jeder hat mitgezogen und war sehr engagiert", so Herrmann. Den Unterricht habe sie sehr abwechslungsreich gestaltet: "Zum lernen wurden Texte, zum Teil aus Kinderbüchern, gelesen, aber auch Bilder, Spiele und Wörterbücher haben geholfen. Notfalls haben wir uns auch mit Händen und Füßen verständigt", meinte die Pädagogin mit einem Lächeln. Im einem Spiel ging es beispielsweise darum, am schnellsten das geforderte Wort im Wörterbuch zu suchen.

Vielen Frauen sei jedoch die Grammatik am schwersten gefallen, auch der Vietnamesin Thi Hong Nguyen: "Im Vietnamesischen gibt es keine keine Grammatik, so dass das Ganze schon ungewohnt war", erklärte die 36-Jährige, die vor einem Jahr nach Deutschland gekommen ist und bei einem Imbiss im Weißenfelser Heuwegcenter arbeitet. Dennoch habe die Zeit laut Kerstin Hartmann sehr viel Spaß gemacht: "Wir haben sehr viel gelacht und hatten nie Probleme oder Streitereien." Lob bekam sie auch von ihren Schülerinnen: "Sie ist die beste Lehrerin die es gibt", fand Malgorzata Gomolka.

Auch außerhalb des Klassenraumes verstehen sich die Frauen sehr gut: "Wir telefonieren regelmäßig und treffen uns auch ab und zu", sagte Marina Bruch. Auch am Tag der Zeugnisübergabe wurde jene in gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen im Klassenraum zelebriert und auf die unvergessliche Zeit zurückgeblickt.