Warten auf glanzvollen Auftritt
WEISSENFELS/MZ. - Vor allem deshalb haben Baufirmen jetzt eine Menge Arbeit in dem Raum im Uhrenturm des Schlosses. "Dort, hinter dem großen A an der Fassade, hat sich der Audienzsaal befunden", erklärt Wolfgang Wloch vom Stadtbauamt.
Hier hielten die Nachkommen von Herzog August, dem Begründer der barocken Dreiflügelanlage, Hof in politischen Angelegenheiten. Der Saal wird nach Wlochs Erläuterungen rekonstruiert und soll als Filetstück die am 31. Oktober 2007 eröffnete Museums-Dauerausstellung der Barockzeit über rund 90 Jahre Herzogtum Sachsen-Weißenfels von 1660 bis 1746 komplettieren. Die Exponate, die das Stadtmuseum dort von Gemälden, Urkunden und Büchern bis zu Landkarten präsentieren will, warten bereits, sorgsam in Kisten verpackt, auf ihren glanzvollen Auftritt.
"Ein nachgebildeter Thron ist auch dabei", sagt Museumsleiter Martin Schmager und weckt schon mal die Neugier auf eigene Bestände und Leihgaben aus Dresden und Berlin. Doch bevor es soweit ist, dass der Saal nach umfassender Rekonstruktion zum Vorzeigeobjekt wird, gehen laut Bauingenieur Wlochs realistischen Einschätzungen noch zwei Jahre ins Land.
"Um zunächst die Statik des Thronsaals auf sichere Beine zu stellen, müssen wir uns von oben nach unten arbeiten", erläutert der Hochbau-Experte während eines Rundganges durch die maroden Räume. Damit meint er die Decke des Raumes, die geöffnet und herausgenommen werden muss, um in den Saal zu gelangen. Das geschieht von einem sich darüber befindlichen Raum aus, der im zweiten Obergeschoss im Südflügel liegt. "Eine komplizierte Sache für Bauunternehmen aus der Region, die hier unter einem Dach beschäftigt sind", sagt Wloch. "Man ist immer wieder überrascht, was die Vorgänger baulich angestellt haben, nicht nur, als Herzöge Bauherren waren, sondern auch während der Preußenzeit, als das Schloss Kaserne war", fügt er hinzu. Das Wahrzeichen der Stadt habe viel aushalten müssen - ebenso in Vorwendezeiten, als zahlreiche Umbauten vollzogen worden seien. Voraussichtlich bis Ende Mai soll der Bauabschnitt zur statischen Sicherung laufen. Die Kosten dafür liegen bei 160 000 Euro und setzen sich aus Mitteln der Kulturförderung sowie Haushaltsgeld der Stadt zusammen.
Weitere Sanierungen am Schloss sind an den Fassaden zur Stadt- und zur Hofseite in vollem Gange. Vorbereitet wird die Wiederinstandsetzung der Fassade auf der Seite der Schlossterrasse.