Kirchenakustik setzt i-Punkt
WEISSENFELS/MZ. - Seit Wochen hatten die Solisten, die Chormitglieder und das Orchester für das anspruchsvolle Werk von Komponist Reinhard Keiser geprobt (die MZ berichtete). Für das Vorhaben konnte Kantor Piontek Laien und Profis gewinnen, die ihn musikalisch unterstützten.
"Es hat mir sehr gut gefallen, das Gebet des Pfarrers zum Abschluss einbezogen", sagte Hannelore Fricke. Und der Applaus danach bestätigte, dass auch andere Besucher das so sahen. Die Weißenfelserin lobte die Leistungen der Sänger und Instrumentalisten. "Ich bin sehr dankbar, dass es so viele Menschen gibt, die sich in den Chor der Gemeinde einbringen", so Fricke. Sie bewunderte das Engagement von Kantor Thomas Piontek, der viele Musikgruppen, unter anderem einen Gospelchor in Weißenfels und Halle, leitet. Piontek spielt zudem mehrere Instrumente und dirigierte am Freitag.
Des Lobes voll war auch Helga Eismann aus Plauen. Sie ist über das Osterwochenende bei Verwandten in der Saalestadt zu Besuch und verband das Treffen mit dem Konzert. "Ich fand es wirklich sehr schön. Es hat mich tief bewegt", sagte Eismann. Die Plauenerin geht regelmäßig in die Kirche, an Festen wie Ostern dürfe der Gottesdienstbesuch nicht fehlen. Ihr fiel die gute Akustik in der Kirche auf, die die Markuspassion noch wirkungsvoller klingen ließ. Erst vor kurzem habe sie in ihrer Heimatstadt die Aufführung der Schubert-Messe besucht, sprach Helga Eismann über ihr Musikinteresse.
Erzählt wird in der Markuspas- sion die Leidensgeschichte des Jesu von Nazaret, so wie sie im Evangelium nach Markus in den Kapiteln 14 und 15 festgehalten ist. Der Komponist Reinhard Keiser schrieb das Stück, das eher selten zu hören ist. Mit der Aufführung schlug Kantor Piontek auch eine Brücke zur Region, denn der Komponist und Opernproduzent Keiser wurde 1674 in Teuchern geboren.