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Kindheitstraum erfüllt Kindheitstraum erfüllt: Warum 36-Jährige Kinderarztpraxis in Weißenfels übernimmt

Von Meike Ruppe-Schmidt 20.01.2021, 13:00
Kinderärztin Manja Wolf-Dennler hat Anfang des Jahres ihre Praxis am Markt in Weißenfels eröffnet.
Kinderärztin Manja Wolf-Dennler hat Anfang des Jahres ihre Praxis am Markt in Weißenfels eröffnet. Meike Ruppe-Schmidt

Weißenfels - Die Wände sind in frischen Grüntönen gehalten, bunte Bilder sorgen für eine freundliche Atmosphäre. Seit gut einer Woche hat die Kinderärztin Manja Wolf-Dennler ihre Praxis für die Patienten geöffnet. Übernommen hat sie die Räumlichkeiten am Weißenfelser Marktplatz Anfang des Jahres von ihrer Vorgängerin Ingrid Bretschneider - zusammen mit einem Team aus drei Schwestern. „Die ersten Tage sind sehr gut verlaufen“, freut sich die 36-Jährige.

„Aufgrund des Lockdowns waren sie zwar ruhiger, als man es sonst vom Monat Januar kennt. Denn wegen geschlossener Schulen und Kitas stecken sich die Kinder weniger mit Erkältungsviren an.“ Dafür sei genug Zeit gewesen, ihre kleinen Patienten in Ruhe kennenzulernen.

„Als Kinderarzt hat man ein unglaublich breites Behandlungsspektrum"

Behandelt werden in der Praxis Kinder von der Geburt an bis 18 Jahre. Allergiediagnostik, die Betreuung von Asthmapatienten sowie entsprechende Behandlungsmethoden wie die Hyposensibilisierung seien wichtige Praxisfelder. „Als Kinderarzt hat man ein unglaublich breites Behandlungsspektrum von typischen Säuglingskrankheiten über die Vorschulzeit bis hinein in die Pubertät“, so Wolf-Denner. Die Familien dabei über eine lange Zeit zu begleiten und enger Ansprechpartner zu sein, mache für sie den Reiz des Berufs aus.

Eine Anstellung im Krankenhaus sei darum auch nie in Frage gekommen. „Ich habe schon in der Grundschule von einer eigenen Praxis geträumt“, gesteht die gebürtige Chemnitzerin. Ihr Vorbild sei dabei immer ihre eigene Kinderärztin gewesen. „Sie war unglaublich fürsorglich und hatte eine fast mütterliche Art.“ Was sie selbst an der Arbeit mit Kindern fasziniert? „Kinder sind grundehrlich, lassen einen spüren, ob sie einen mögen oder nicht. Ich finde es schön, dass sie keine Fassade haben.“

„Ich befürworte den Lockdown aus medizinischer Sicht“

Nach ihrem Medizinstudium in Leipzig und Jena hat Wolf-Dennler schließlich die Liebe nach Weißenfels verschlagen. Zunächst arbeitete sie ab 2016 als angestellte Kinderärztin in der Praxis von Dr. Rolf Thate in Großkorbetha. „Als sich die Möglichkeit ergab, in Weißenfels eine eigene Praxis zu übernehmen, habe ich nicht gezögert und meine Chance ergriffen.“ Auch wenn ihr klar war, das dieser Schritt in Zeiten von Corona eine besondere Herausforderung darstellen würde.

Wie sich die Pandemie bei den kleinen Patienten bisher bemerkbar macht? „Ich befürworte den Lockdown aus medizinischer Sicht“, so die Ärztin. „Die Kinder kommen mit der Situation allerdings sehr unterschiedlich zurecht. Sie spüren, dass etwas anders ist, einige klammern sehr an den Eltern.“ Und: „Da Treffen mit Freunden oder Vereinssport nicht stattfinden, nutzen viele Kinder verstärkt Handys und Tablets zum Spiel oder zur Kommunikation mit Freunden.“

„Je länger die Situation anhält, desto schwieriger wird es hinterher"

Ihre Sorge: „Je länger die Situation anhält, desto schwieriger wird es hinterher, sich wieder auf ein gefühltes Miteinander einzustellen.“ Eltern rät sie, eventuelle Sorgen und Ängste ihrer Kinder ernst zu nehmen und mit ihnen darüber zu reden. Außerdem hilfreich: „Kleine Höhepunkte im Alltag, wie einen Kinoabend zu Hause mit Popcorn, oder einen Kostümnachmittag. Das erleichtert die Situation für die Kinder zumindest ein wenig.“ (mz)