Jubiläum Jubiläum: Musikschule Fröhlich feiert 20-jähriges Bestehen
GROSSGÖRSCHEN/MZ. - Der Sonntag wird ein langer und anstrengender Tag für Marcel Kopka. Ist der sechsjährige Lützener doch mit seinem Bruder als Musiker beim großen Geburtstagskonzert der Musikschule Fröhlich am Abend im Gewandhaus dabei.
Vor 20 Jahren hat die Lehrerin Eva Bernhardt sich mit der Musikschule Fröhlich in Leipzig selbstständig gemacht. 100 Jungen und Mädchen fanden sich damals, mit ihr Akkordeon spielen zu lernen. Vom Süden der Großstadt, vor allem Leipzig-Grünau, ist sie seitdem bis hinein ins Nachbarland gezogen. Denn Thomas Finsch aus Bothfeld zum Beispiel hat vor zehn Jahren auch Unterricht bei Eva Bernhardt nehmen wollen.
Marcel Kopka ist heute der Jüngste ihrer Schüler, Bärbel Petrich aus Seehausen am anderen Ende von Leipzig als Seniorin die Alterspräsidentin.
Beide haben am Sonntag ihren Platz im besten Konzertsaal weit und breit auf der Musikerseite. Insgesamt werden sich 324 Akkordeonspieler zum Jubiläumskonzert vereinen, davon 178, die als Akkordeonzwerge, im Juniororchester oder im großen Bernhard(t)iner-Orchester zur musikalischen Gefolgschaft von Eva Bernhardt gehören. Die anderen bringen die Kollegen mit, die die Großgörschenerin in Bad Düben, Grimma und Markkleeberg als Mitstreiter der Musikschule Fröhlich fand.
Einen Vorgeschmack darauf, wie sich so viele Musiker unterschiedlichen Alters dirigieren lassen und wie das klingt, gab es am vergangenen Wochenende im Dorfkrug Großgörschen. Um das zu erreichen, geht die Musikschule Fröhlich über den normalen Unterricht hinaus. Musiziert wird stets gemeinsam. Dazu gehören Probelager, wo die Musiker sich als große Familie empfinden können, und Tourneefahrten. Dass der Spaß am gemeinsamen Musizieren das Wichtigste ist, lebt die 60-jährige Schulleiterin allen vor. Eva Bernhardt dirigiert nicht nur schwungvoll und lachend, sie strahlt in ihrem ganzen Auftreten aus, dass sie mit Herz, Verstand und Körper hinter ihrer Schule steht. "Ich liebe es, wenn man sich da ausfahren kann", sagt sie. "Freilich kann ich mir von manchen meiner Schüler mittlerweile musikalisch schon was abgucken, doch das ist wie beim Trainer: nicht der muss die Punkte einfahren, das müssen seine Schützlinge", so sieht sie ihre Aufgabe.
Wie sie diese erfüllt, ist nicht nur an den in Hunderten zu zählenden Schülern abzulesen, sondern auch daran, wie viele ihr über Jahre treu bleiben. "Die Musik hilft mir, mich positiv zu stimmen und in der Gemeinschaft habe ich viele Freunde gefunden", nennt Christina Zeidler den Grund, warum sie nach 20 Jahren noch immer mitmacht. Schließlich hat einer der beiden Bernhardt-Söhne, die auch Akkordeon spielen erlernt haben, sogar seine Freundin im Orchester gefunden. Während er zum Konzert am Schlagzeug sitzt, spielt sie, Madeleine Poltrock und ihre Mutter im Orchester mit.
Bis auf einzelne sind die Konzertkarten seit April bereits ausverkauft.