Herz lacht bei Geschenk für die Stadt
Weißenfels/MZ. - In seinen Originalfarben präsentiert sich seit Freitag die Fassade des Weißenfelser Fürstenhauses in der Leipziger Straße 9. In Hellgrau, Altrosa und Ocker glänzt das imposante Stadtpalais, so dass auch sämtliche Schmuckelemente von Muscheln bis zur Flammenvase aus der Barockzeit ihre ganze Pracht voll entfalten können.
"Bei diesem Anblick lacht einem das Herz", erklärt Oberbürgermeister Manfred Rauner (CDU) während des Pressetermins vor Ort. Das Stadtoberhaupt bezeichnet das bisher Sanierte am und im Denkmal, das im 17. / 18. Jahrhundert erbaut wurde, als Geschenk für Weißenfels. "Das ist die Arbeit vieler. Ein Gesamtkunstwerk zeigt sich nun in voller Schönheit." So würdigt der Verwaltungschef das Zusammenwirken von Planern, Vertretern der Kommune sowie Gewerken während der Sanierungsarbeiten, die im November 2004 begannen.
Seit dieser Zeit seien bisher von den 4,4 Millionen Euro an Gesamtkosten 2,6 Millionen Euro investiert worden. So informiert Stadtarchitektin Diana Wagner. Bis zum Jahresende sollen die im Rahmen der Landesinitiative Urban 21 geförderten Baumaßnahmen im Vorderhaus weitestgehend abgeschlossen sein. Restarbeiten würden im nächsten Jahr noch anstehen. So kündigt Wolfgang Wloch an, während der Mitarbeiter des Sachgebiets Hochbau im städtischen Bauamt durch das Gebäude am Fuße des Schlosses Neu-Augustusburg führt.
Im Festsaal, dem Filetstück des Fürstenhauses, arbeiten Stuckateure der Firma Fuchs und Gehrke aus dem sächsischen Ottendorf-Okrilla noch etwa 14 Tage. Die Experten Thomas Gode, Manfred Kalla und Stefan Klein restaurieren in aufwändiger Handarbeit Blüten und Ornamente, Lorberkränze, Konsolen und Akanthuslaub. Pastelltöne in Rot, Grün und Grau erinnern an das prachtvolle Innenleben der Schlosskirche und lassen bereits die Schönheit des Saals in seiner Ursprünglichkeit erahnen. "Das ist der schönste Saal, den wir in der Stadt haben", schwärmt Wolfgang Wloch als Projektverantwortlicher. "Zum Glück war er noch sehr gut erhalten".
Deshalb soll hier auch das Standesamt einziehen, verweist Oberbürgermeister Rauner auf eine denkbare und wegen des hochherrschaftlichen Ambientes sehr passende Nutzung. Wie das hochrangigste Bauwerk der Kreisstadt außerdem in Zukunft genutzt werden soll, sei noch offen. "Entscheidend war das Votum der Stadträte, das wegen seiner maroden Statik stark einsturzgefährdete Haus als Eigentum der Stadt erst einmal zu retten", macht Rauner deutlich. Und das sei gelungen am und im Palais, in das neben den Stuck- und Innenputzarbeiten momentan außerdem Elektroarbeiten laufen und ein Fahrstuhl eingebaut wird. Außerdem erhält das hintere Gebäude ein neues Dach.