FDP-Treffen am Dreikönigstag FDP-Treffen am Dreikönigstag: Kein Gegenkandidat für Harri Reiche

Weissenfels/MZ - Am Dreikönigstag treffen sich an vielen Orten die FDP-Verbände der Republik, seit 25 Jahren zieht es die Liberalen des Burgenlandkreises an dem Tag nach Weißenfels. Hier sprach Julia Reinard für die MZ mit Uwe Droese, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag und im Stadtrat Naumburg, über Vorhaben für 2014.
Im Rückblick auf 2013: Gab es auch ein lächelndes Auge?
Droese: Ich habe schon immer zwischen Bundes- und Kommunalpolitik unterschieden. Ich fühle mich als Kommunalpolitiker. Und für uns war es ein gutes Jahr. Wir haben Schwerpunkte gesetzt, die uns im Wahljahr begleiten werden.
Zum Beispiel?
Droese: Nehmen wir die Schulen und Kindergärten. Da sind wir ganz klar für den Erhalt von Zwergenschulen. Wir liegen geografisch zwischen zwei Bundesländern. Wenn sich für Eltern die Frage stellt, ob sie fünf Kilometer über die Landesgrenze fahren oder 15, um die nächste Einrichtung im Kreis zu erreichen, entscheiden sie sich vielleicht gegen Sachsen-Anhalt. Und wer weiß, ob dem Kita-Platz gar ein Umzug folgt. Man will Personalkosten sparen, erhöht aber die Kosten für Transport - und langfristig eventuell Bundeszuweisungen. Das ist zu kurz gedacht.
Zählt das zu den Zielen im Wahlkampf?
Droese: Ich bin der Meinung, wir sollten mit Köpfen in den Wahlkampf gehen. Wir - zum Beispiel Kerstin Beckmann, Verbandsbürgermeisterin im Wethautal, oder ich - stehen für eine bestimmte Politik. Wir äußern Kritik. Auch einer wie Martin Bertling gehört dazu - auch wenn er nicht wieder antreten wird.
Welche andere Themen hat die FDP?
Droese: Für uns ist Privatisierung ein wichtiges Thema. Die Saale-Unstrut-Kliniken in Naumburg und Zeitz sollten kommunal bleiben. Sie schreiben schwarze Zahlen. Auch der Tourismus ist wieder in den Fokus gerückt. Der Tourismusverband wird gerade neu strukturiert und muss es auch werden. Da liegen Vermarktungschancen.
Stellen Sie einen Kandidaten fürs Landratsamt?
Droese: Dafür müssten wir erst wissen, ob Harri Reiche sich wieder zur Wahl stellt.
Warum?
Droese: Wenn man jemanden aufstellt, dann, weil man grob unzufrieden mit der Arbeit des amtierenden Landrats ist. Das ist aber nicht der Fall. Wir haben unsere Reibungspunkte, aber unter dem Strich macht er seine Sache gut.
Wird die FDP überhaupt in den Kreistag kommen?
Droese: Natürlich. Da gibt es gar keine Frage. Die Frage ist, mit wie viel Prozent. Ziel ist ein ähnliches Ergebnis wie bei der vorigen Wahl: neun Prozent. Denn klar gibt es eine allgemeine Stimmung, aber da sind wir wieder bei den Köpfen.