Fastfood und Süßes waren gestern
Weißenfels/MZ/wei. - 29 kleine Köche aus der Kindertagesstätte "Anne Frank" hatten am Donnerstag ihren großen Auftritt. Denn der Kinderbeauftragte Sachsen Anhalts hatte seinen Besuch im Rahmen des landesweiten Gesundheitswettbewerbs "Kita Vital" angekündigt. Denn die Weißenfelser Einrichtung ist eine der zwölf Finalisten im Kreieren gesunder Kost. "Wir schauen uns nun an, wie die eingereichten, phantasievollen Rezepte in die Praxis umgesetzt werden", erklärt Keutel.
Mit Sparschälern, Reiben und Messern macht sich die Weißenfelser Vorschulgruppe dann auch gleich ans Werk. Denn Karotten, Kartoffeln, Gurken, Zwiebeln und Zucchini schälen sich schließlich nicht von allein. Der sechsjährige Nilenho Stübling hat an der Vorbereitungsarbeit für die gesunden Gemüseröstis seine helle Freude. Kartoffeln esse er schließlich gern, wenn auch nicht am liebsten. "Mein Lieblingsessen ist Spaghetti mit Tomatensauce", verkündet der kleine Weißenfelser.
"Wenn Kinder selbst etwas Gesundes zubereiten, essen sie es auch viel lieber", erklärt Kita-Leiterin Marion Kahlmann den pädagogischen Hintergrund. Seit zwei Jahren führe sie daher die Kinder aktiv an eine gesunde Lebensweise heran. Schließlich würden die Jungen und Mädchen heute nachweislich immer dicker werden. "Mindestens ein Kind pro Gruppe ist auf Süßigkeiten spezialisiert", berichtet die Kita-Leiterin. Eine Gurke würden diese beim Kita-Eintritt noch nicht einmal anfassen wollen.
Diese Tendenz hat auch Gerd Keutel vom Ministerium beobachtet. "Wir schätzen das Problem der Übergewichtigkeit sehr hoch ein", erklärt er. Mit dem Wettbewerb, an dem sich landesweit 60 Kitas beteiligten, wolle er daher gesundheitsfördernde Impulse setzen.
Beim Kochwettbewerb hatten die drei bis neunjährigen Kinder zumindest keinerlei Berührungsängste mit dem gesunden Obst und Gemüse, ganz im Gegenteil. In mühevoller Kleinarbeit hatten sie neben leckeren Röstis auch Obstspieße und fruchtige Quarkdesserts gezaubert. Ob es die "Anne Frank"-Gruppe unter die besten drei des Landes Sachsen-Anhalt schafft, entscheidet sich Ende kommender Woche.