Dienstliche Verwandlungen
POSERNA/MZ. - Soll Federvieh unter die Menschen gebracht werden, passt eher die robuste Kleidung, die Bauern oder Jäger tragen. "Ich habe zwei Uniformen, den Anzug und das Grün", sagt Mathias Kappler.
Freitag hatte er es mit seinen Kindern übernommen, nach den Hühnern, Enten, Tauben, Wachteln und anderem Geflügel in Poserna zu schauen. Dort ist sein "Feierabendarbeitsplatz", einer, der zum Hobby Rassegeflügelzucht passt. Seine Frau Katrin hat in diesem Jahr den Betrieb Geflügelzucht und -vertrieb Poserna gegründet.
Seit Jahren bereits leitet Mathias Kappler eine der neun Niederlassungen des Weinhauses Pallhuber aus Nordrhein-Westfalen und verkauft mit seiner Frau als Logistikleiterin erfolgreich in Ostdeutschland Wein. Vor sechs Jahren ließen sich der Oberlausitzer und die Bad Lauchstädterin in Kleingöhren nieder. Da bekam Sohn Robert (19) zwei Schwestern (5 und 6 Jahre). Heimisch zu werden, dabei half aber auch der Wein und dass Mathias Kappler Jäger und Mitglied im Rassegeflügelzuchtverein Lösau und Umgebung geworden ist.
"Es sind wieder einmal zwei Jahre um", sagt Katrin Kappler lachend in Anspielung auf den Veränderungsrhythmus, den sie seit sechs Jahren mitmacht. Zunächst zog die Familie innerhalb von Kleingöhren in ein neues Grundstück. Nach noch einmal zwei Jahren hat sie das Gelände des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik in Poserna (später Fahrzeugbau Hahn) erworben, um dort den Geflügelvertrieb aufzubauen. Und nun? "Jetzt rechne ich erst einmal", sagt der Mann, der immer wieder neue Geschäftsideen hat. "Keine Henne scharrt, wenn sie kein Korn finden kann", das habe er als Kaufmann und Rassegeflügelzüchter gelernt.
Kappler prüft nun, ob es lohnt, den Posernaer Betrieb auszubauen und eine intensive Geflügelhaltung an einem anderen Standort einzurichten. "Da könnten drei, vier Arbeitsstellen entstehen", blickt er voraus. Bisher steckt die Familie viel Zeit und Kraft in das Geschäft und Hobby in Poserna. "So haben wir in diesem Jahr aber doppelt für Genuss auf dem Festtagstisch gesorgt", ist Kappler mit dem Wein- und Geflügelverkauf zufrieden.
Dort, wo kurzzeitig fast 1 000 Hähne und Hühner eingestallt waren, sind jetzt nur noch 50 zu versorgen. Da sind die klassischen Legehybriden dabei, zum Beispiel weißes Leghorn, Lohmann braun, Sussex, rebhuhnfarbige Italiener, aber auch die Kassenschlager 2008, Königsberger und Blausperber. Die Arokaner sind wegen ihrer wenig Cholesterin enthaltenden grünen Eier gefragt.
Von den Enten schwimmen jetzt nur noch Paare der eigenen Zucht, Warzen- und Laufenten, auf dem Hufeisenteich, wo sich zeitweise 500 Gössel tummelten. Die anderen Tiere wurden bis zum 23. Dezember geschlachtet. Im Mai steht dann Enten- und Gänsenachwuchs wieder zum Verkauf.