Burgenlandkreis Burgenlandkreis: Technik, die begeistert
GROSSGÖRSCHEN/MZ. - Schon elf Uhr ist die Wiese zwischen Rahna und dem Scharnhorstdenkmal in Großgörschen voll. Technikfreunde aus dem Umfeld von 20 bis 30 Kilometern hat das dritte Schleppertreffen der Traktorfreunde Kleingörschen mobilisiert. 87 Fahrzeuge, zumeist alte Traktoren, aber auch moderne der Marken Fendt und John Deere, ein alter Mähdrescher, ein Lkw W50 mit Kran, und ein großer moderner Mulden-Lkw sprechen von der technischen Entwicklung der Landwirtschaftsfahrzeuge in den letzten 100 Jahren.
"Wir haben vor vier Jahren mit 45 Fahrzeugen angefangen, vor zwei Jahren kamen dann schon fast 80 und nun nähern wir uns langsam der 100", staunt Frank Hildebrandt nicht schlecht, der mit seiner Familie zu den Organisatoren gehört. Im Wechsel mit einer ähnlichen Schau auf dem Agra-Gelände in Markkleeberg wollten sie in ihrem Dorf, in Kleingörschen, einen Höhepunkt schaffen. Doch ist dort der Stellplatz mittlerweile zu klein geworden, so dass sie nach Großgörschen ausgewichen sind.
So ist Gerhard Handloike schließlich ein paar Minuten eher am Ziel. Von Rüdiger Geißler, der mit einem wieder aufgebauten Deutz F 612 gekommen ist, wird er schon erwartet. Denn der Mann aus Leiha schätzt das Engagement des 82-jährigen Handloike hoch, der sich auch das Schleppertreffen in Leiha nicht entgehen ließ. "Er hat seinen Traktor selbst gebaut", lenkt Geißler die Aufmerksamkeit auf das blaue Gefährt Handloikes. Es ist diesmal mit Tempo sechs Kilometer pro Stunde die reichlich 25 Kilometer von Roßbach nach Großgörschen gefahren. Ausfahrten ja, doch sonst sei sein Schmuckstück seit vorigem Jahr außer Dienst, "wegen meines Alters", sagt der Senior. Er habe sich nun sogar von den kleinen Nebenjobs verabschiedet, die er beschreibt: "Schutt und Dreck fährt Handloike weg".
Während der Roßbacher als der wohl älteste Aktive des Schlepper-treffens vorgestellt wird, macht einer der Jüngsten auf einem Moped auf sich aufmerksam. Sicher dreht Hannes Hildebrandt seine Runden auf dem Festplatz. Außerdem präsentiert der Elfjährige einen kleinen Traktor mit der Bezeichnung Porsche junior des Baujahrs 1959, den ihm sein Großvater geschenkt hat. "Es lohnt sich", meint Hildebrandt sen. (Erich, 59) verschmitzt, denn Hannes habe die Technikbegeisterung voll erfasst. Im Lützener Verein zur technischen Bildung Jugendlicher könne er sich da noch mehr austoben, als auf dem heimischen Hof. So war auch der Verein mit seinen Quads gern gesehener Gast zum Schleppertreffen.
"Wir freuen uns schon auf die Ausfahrt durch die vier Dörfer, sagt Karin Zetzsche. Dabei haben weder sie noch Regina Rittmann, die sie begleitet, ein Fahrzeug beizusteuern. Sie konnten sich aber Plätze auf den Oldtimern reservieren. "Das ist wunderschön, so mit über die Dörfer zu fahren. Überall schauen und winken die Leute", erzählt Zetzsche, warum sie zum Schleppertreffen gekommen ist. Und wer schwindelfrei ist, dem bleibt ein nicht alltäglicher Blick auf das Treiben von oben dank einer Hebebühne der Firma Koch aus Knauthain.