Burgenlandkreis Burgenlandkreis: Schulden runter, Löhne rauf
NAUMBURG/MZ. - Krimhild Fischer ist derzeit unter anderem finanzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Und wenn man sie zu den verschiedensten politischen Themen sprechen hört, weiß man, warum dies so ist. Mit hochtrabenden Visionen hält sie sich gar nicht erst auf. Zudem weiß sie, dass mit der finanziellen Situation des Landes in keinem Politikfeld eine Idealvorstellung - wie auch immer diese aussehen mag - umzusetzen ist.
Stopp der Neuverschuldung
Für die kommende Legislaturperiode zählt für Krimhild Fischer vorrangig die Weiterführung der Konsolidierung und damit der Stopp der Neuverschuldung. Dafür will sie das Direktmandat bei der Landtagswahl am 20. März im Wahlkreis 44 gewinnen.
Warum die Konsolidierung so wichtig ist, erklärt sie an einem einfachen Rechenbeispiel. "Sachsen-Anhalt hat 21 Milliarden Euro Schulden. Dafür zahlen wir schwindelerregende 850 Millionen Zinsen pro Jahr. Bei einem derzeit niedrigen Zinsenstand! Davon müssen wir schnellstens runter."
Nicht runter, sondern hoch muss aus der Sicht der derzeitigen stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden hingegen das Lohnniveau in Sachsen-Anhalt. "In den Gesprächen mit den Bürgern erlebe ich immer wieder, wie ungerecht sich viele behandelt fühlen. Bis nachmittags arbeiten und dennoch auf die aufstockenden Leistungen vom Amt angewiesen sein. Das ist nicht der Sinn der Sache." Deswegen plädiert Frau Fischer auch für Mindestlöhne in den verschiedensten Branchen. Dass die Gewerkschaften keine höheren Löhne aushandeln können, dafür hat sie kein Verständnis.
Listenplatz sieben
Als Spagat in ihren bisher drei Legislaturperioden im Landtag bezeichnet die 60-Jährige stets die Wahrung von Landes- sowie Wahlkreis-Interessen. "So war der Wegfall der Außenstelle des Arbeitsgerichtes für Naumburg sicherlich ein herber Verlust. Insgesamt gesehen war es aber eine richtige Entscheidung." Als einen der größten Erfolge ihrer jüngeren politischen Laufbahn sieht Fischer den erfolgreichen Kampf für die Stadt Naumburg als Kreisstadtsitz. "Hier durfte ich in meiner Fraktion, die in dieser Frage sehr gespalten war, das Abschlussplädoyer halten, das sicherlich noch einige Stimmen pro Naumburg gebracht hat." Als weiterhin dringende Aufgaben für die nächste Landesregierung sieht die Politikerin die zweite Novellierung des Finanzausgleichgesetzes sowie eine bessere Aufgabenverteilung von Land, Kreis und Kommunen. Die Chancen, dass Krimhild Fischer in den kommenden vier Jahren weiterhin im Magdeburger Landtag sitzen wird, stehen auch unabhängig vom Erringen des Direktmandates nicht schlecht. Schließlich steht sie auf Platz sieben der SPD-Liste. Für ihre Partei hofft sie, dass zu den 22 Prozent, die der SPD jüngst in einer Wahl-Prognose zugeschrieben worden waren, noch einige Prozent hinzukommen. Der Skandal um den Krauschwitzer Bürgermeister, der von ihrer Partei zur NPD wechselte, "entsetzt mich", so Fischer. Eine Erklärung habe sie dafür nicht.