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Burgenlandkreis Burgenlandkreis: Babys herzlich willkommen

Von klaus-dieter kunick 04.02.2014, 20:46
Aaron hat es gut: Mit seinen vier Monaten hat er nicht nur die Aufmerksamkeit seiner Mutter Susanne Piltz, die ihn liebevoll auf dem Arm hält, sondern auch Doris Lins und Bürgermeister Götz Ulrich schauten dieser Tage in Wendelstein (An der Finne) bei dem „kleinen Mann“ vorbei.
Aaron hat es gut: Mit seinen vier Monaten hat er nicht nur die Aufmerksamkeit seiner Mutter Susanne Piltz, die ihn liebevoll auf dem Arm hält, sondern auch Doris Lins und Bürgermeister Götz Ulrich schauten dieser Tage in Wendelstein (An der Finne) bei dem „kleinen Mann“ vorbei. Torsten Biel Lizenz

weissenfels/MZ - Naumburg: In der Kreisstadt sieht das schon mal ganz gut aus. „Seit dem letzten Jahr laden wir alle Neugeborenen und deren Eltern sowie die Geschwister zu einem Neugeborenen-Treffen ein“, erklärt Felix Prescher, der Pressesprecher der Stadtverwaltung Naumburg. Drei- bis viermal im Jahr finden diese Veranstaltungen statt. Das Projekt initiierte die Volks- und Raiffeisenbank Saale-Unstrut zusammen mit der Stadt Naumburg. Dabei heißen der Naumburger Oberbürgermeister Bernward Küper (CDU) und der Vorstand der Bank die Babys willkommen. Neben dem Sachbereich Kindereinrichtungen stellt sich auch das Lokale Bündnis für Familie Naumburg vor, gibt den Müttern und Vätern Tipps und stellt erste Kontakte her. Außerdem erhalten die Eltern der neuen Erdenbürger – neben Infomaterial zur Stadt und zu Einrichtungen - einen Silbertaler von der Bank überreicht, der sie an ihre Geburtsstadt erinnern soll. Ein kulturelles Rahmenprogramm rundet das Treffen ab.

In Naumburg gab es 2012 insgesamt 331 Anmeldungen von Kindern, im Vorjahr waren es in der Kreisstadt dann 382. Für Weißenfels ergibt sich folgendes Bild: 2011 sind 442 Kinder geboren worden, 2012 waren es 488 und im vergangenen Jahr schließlich 479 Kinder. Die Zahl neuer Erdenbürger in Zeitz: 2011 waren es 355, ein Jahr später 369 und im Vorjahr waren es 358.  (kdk)

Weißenfels: Eine ähnliche Herangehensweise schwebt den Stadtoberen in Weißenfels vor. „Die Verwaltung will ab diesem Jahr erstmals den sogenannten Geburtstaler übergeben“, teilt Amtsleiter Robert Brückner mit. Die erste Übergabe am 29. Januar fiel ins Wasser, wird aber am 14. Februar nachgeholt.

Zeitz: In Zeitz sind Babys zwar willkommen, aber deren Begrüßung fällt eher bescheiden aus. Ein Gruß von der Stadtverwaltung - das war es. „Die Familien, in denen Kinder geboren wurden, erhalten vom Oberbürgermeister eine Glückwunschkarte“, erklärt Pressesprecher Thomas Sagefka von der Stadtverwaltung. Mehr sei aufgrund des finanziellen Engpasses nicht drin.

Verbandsgemeinde An der Finne: Ganz anders in der Verbandsgemeinde (VG) An der Finne in Bad Bibra. Vor acht Jahren entschied man sich dort für einen anderen Umgang mit den neuen Erdenbürgern. Es sollte familiärer werden, herzlicher, persönlicher. „Wir wollen den Müttern und Vätern unsere Unterstützung anbieten“, sagt Bürgermeister Götz Ulrich (CDU). Viele Jahre übernahm diese ehrenamtliche Aufgabe Gertrud Witwer, seit dem vergangenen Jahr ist Doris Lins dafür zuständig. Die gelernte Kosmetikerin, die lange im Außendienst arbeitete, ist erwerbsunfähig. Aber nur noch zu Hause rumsitzen, nein, das komme für die 61-Jährige nicht in Frage. „Ich habe Kontakt zu den Menschen gesucht, das hier ist eine gute Gelegenheit“, berichtet sie. 2013 hat sie beispielsweise alle 86 Neugeborenen in den Familien ihrer VG aufgesucht. Zudem überbringt sie ein Baby-Begrüßungsbuch, das viele nützliche Tipps enthält, sowie einen Rauchmelder, der zur Sicherheit für das Baby im Kinderzimmer angebracht werden kann.

Bad Bibra: Götz Ulrich spricht von einem Wohlfühlfaktor - die Familien sollen sich in der Gemeinde aufgehoben fühlen. Und das, was man sich in Bad Bibra in der Verwaltung ausgedacht hat, kommt an, bestätigt Susanne Piltz aus Wendelstein, die ihr zweites Kind zur Welt brachte, nämlich Klein-Aaron. Sie empfindet diese Art der Willkommenskultur seitens der Kommune als äußerst positiv. „Es ist ein wirklich schönes Gefühl, wenn man weiß, dass sich jemand um einen bemüht“, ergänzt sie. Außerdem habe Doris Lins eine angenehme Art, sich einzubringen.

Hohenmölsen: In Hohenmölsen werden an die betreffenden Familien Glückwunschkarten einschließlich eines Familienpasses, der mit Vergünstigungen in rund 40 Geschäften und Einrichtungen in der Region lockt, verschickt.

Teuchern: In Teuchern wird nichts unternommen. Doch Bürgermeister Frank Puschendorf (parteilos) hört sich an, was in anderen Kommunen bewerkstelligt wird und sagt: „Das ist ein guter Gedanke, den greifen wir auf.“

Lützen: Und in Lützen werden ebenfalls „bloß“ Glückwunschkarten verschickt, so Bürgermeister Dirk Könnecke (parteilos). Was in der VG An der Finne passiert, dazu sagt Steffi Hager: „Hut ab, wie das dort gehandelt wird.“ Und auch Katja Henze meint, dass es wichtig sei, den jungen Familien mit auf den Weg zu geben, dass sie willkommen seien. Das sei doch die Botschaft.

In Naumburg wird an die Eltern ein Silbertaler überreicht.
In Naumburg wird an die Eltern ein Silbertaler überreicht.
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