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Bauernmarkt in Weißenfels Bauernmarkt in Weißenfels: Frisch getraut in den Trubel

Von Andrea Hamann 18.05.2014, 16:07
Die Besucher haben angesichts der Vielfalt von Blumen, Gemüse und anderen landwirtschaftlichen Produkten die Qual der Wahl.
Die Besucher haben angesichts der Vielfalt von Blumen, Gemüse und anderen landwirtschaftlichen Produkten die Qual der Wahl. Peter Lisker Lizenz

Weissenfels/MZ - Heimlich haben sich Jennifer Kamphoff und ihre Großmutter Gisela Koch auf den Bauernmarkt geschlichen. Ihr Ziel: Der große Verkaufsstand von Elke Fabig aus Markwerben. Beide kaufen ganz schnell eine kräftig rotblühende Geranie. Sie trägt den Namen Herzogin von Sachsen und wird das Geschenk für Jennifers Mutter Susann sein, die Sonntag um Mitternacht in ihren Geburtstag hineinfeiert. „Mutti kam eben gerade vom Markt und hat von der Pflanze geschwärmt. Da habe ich zu Oma gesagt, ,los, die holen wir’“, erzählt Jennifer Kamphoff eilig. Schnell huscht das Duo mit der Herzogin vom Platz. Zu groß ist das Risiko, dass sie gesehen werden.

Bauernmärkte unterscheiden sich in ihrer Geschichte von den Wochenmärkten. Auf Bauernmärkten tilgten früher die Landwirte ihre Geschäfte und deckten sich mit Produkten für das kommende Jahr ein. So wurde das Vieh ge- und verkauft. Ein Wochenmarkt findet regelmäßig statt. Dort werden meist Obst, Gemüse, Kräuter und Milchprodukte verkauft. Heute ähneln sich beide Veranstaltungen in ihrer Ausführung. 

Elke Fabig schaut amüsiert hinterher. „Hier auf dem Markt verkaufen wir öfter die besonderen Pflanzen“, erzählt sie mit Blick auf die üppigen Geranien und zahlreiche anderen Blumen. Da habe sich der Einsatz am Abend vorher gelohnt, als die Pflanzen vorsichtig Stück für Stück verladen wurden.

Vielfalt auf dem Marktplatz

Es ist in der Tat auch in diesem Jahr wieder die Vielfalt, die auf dem Marktplatz besticht. Stände voller Schmuck, verschiedenste Wurst- und Fischsorten, Holzspielzeug, duftender Honig und Marmeladen, hübsche Tischdecken und immer wieder flächendeckend Obst, Gemüse und Pflanzen für den Garten füllen den Platz bis in den letzten Winkel.

Sven Schmidt von der Bäckerei Schmidt hat extra für den Tag Frühlingsbrot, verfeinert mit Möhrchen, Joghurt und frischen Kräutern, und Spargelbrot aus den grünen zarten Stangen des Edelgemüses gebacken. Die Laibe verkaufen sich neben den Brötchen und Kuchen sehr gut. „Erbsensuppe! Linsensuppe! Gulaschsuppe!“, dröhnt es nebenan aus kräftigen Kehlen. Uwe Rieschel von der Weißenfelser Sportlergaststätte „Rot-Weiß Weißenfels“ lässt die Kelle tief in diese deftigen Köstlichkeiten tauchen. „Alles selbst gemacht“, sagt er und die Gäste zeigen gerne, dass es schmeckt.

Blume mit besonderer Bedeutung

Eigentlich sollte das winzig kleine Körbchen an einem Stand gar nicht verkauft werden. Aber Steffen Gottwald macht dem Händler einen so guten Preis, dass Martina Gottwald es mitnehmen kann. Sie verstaut darin eine Anstecknadel. Die Blume hat eine besondere Bedeutung. Gottwalds sind nämlich in Begleitung von Volkmar Roth und seiner Frau Gerda auf dem Markt. Auch sie tragen diese Blume. Gerda Roth hieß bis vor wenigen Minuten noch Heizmann. Der 63-Jährige und seine 68-jährige bisherige Lebensgefährtin haben sich soeben das Ja-Wort im Standesamt gegeben. Die Gottwalds waren ihre Trauzeugen. Daher die Rose an den eleganten Kleidern. „Für die Liebe ist es nie zu spät“, sagt Volkmar Roth mit Blick auf das frisch getraute Paar. Die kleine Gruppe vertreibt sich die Zeit bis zum Mittagstisch, indem sie gemütlich und ohne Hast durch den Trubel schlendert.

Ines Stamosvari verkauft Fensteranhänger aus Naturmaterial.
Ines Stamosvari verkauft Fensteranhänger aus Naturmaterial.
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