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Zweckverbände tagen wegen Wasserwerken

Von HELGA KOCH 05.12.2008, 15:14

SANGERHAUSEN/MZ. - Anlass für die "doppelte Sitzung" dürfte die TZV-Verbandsversammlung vom 3. November gewesen sein, als es "tumultartig" zuging, wie Verbandschefin Heidrun Hara aus Blankenheim später sagte. Hatten doch die Verbandsräte erst unmittelbar vorher erfahren, dass die Staatsanwaltschaft Halle ihre Ermittlungen gegen die frühere Geschäftsführerin der Wasserwerke schon Anfang August eingestellt hatte. Denn die Behörden hatten nichts Strafbares festgestellt. Viel mehr erfuhren die Verbandsräte am 3. November aber nicht, was für heftigen Unmut sorgte.

Nun wollen die Spitzen beider Verbände offensichtlich Zahlen auf den Tisch packen. "Ich erwarte eine sachgerechte Information zum Stand der Insolvenz", fordert der Kelbraer Verbandsrat Reinhard Teschke. Zumal diese Angelegenheit direkt oder indirekt die Bürger betreffe, hätte das durchaus öffentlich passieren sollen, findet er.

Ein Ende des Insolvenzverfahrens zeichnet sich bisher allerdings nicht ab. "Es laufen noch Forderungs-Rechtsstreite", sagt der Leipziger Insolvenzverwalter Dieter Kühne knapp. Wegen des nichtöffentlichen Verfahrens könne er gar nichts zur Masse, zur Höhe der Forderungen oder über die Zahl der Gläubiger sagen. Und er rechne auch "nicht vor Ende des nächsten Jahres" mit dem Abschluss des Verfahrens, eher später.

Mit dem Tauziehen um offene Forderungen dürften jene Beträge gemeint sein, die AZV-Geschäftsführer Adelbert Stickel bereits erwähnt hatte: 80 000 Euro für das Erstellen von Beitragsbescheiden sowie 170 000 Euro für die Klärschlammbehandlung durch die Wasserwerke. Diese Beträge würden für den Fall, dass sie zu zahlen sind, eingeplant, sagt Stickel.