Wilhelm Schmied in Sangerhausen Wilhelm Schmied in Sangerhausen: Neuer Verein kommt gut an

Sangerhausen/MZ - Große Resonanz gibt es im Landkreis auf die Gründung des Wilhelm-Schmied-Vereins in Sangerhausen: Täglich erhält die Vereinsvorsitzende Iris Ziegler Anrufe von Menschen, die den Sangerhäuser Maler oder seine Werke kannten und die sich nun freuen, dass neben Iris Ziegler auch Ronald Kolbe, Jörg-Ulrich Hanske, Antje Mingramm, Christina Griesing, Kerstin Anlauf und Reinhard Ziegler in einem Verein angetreten sind, um das künstlerische Erbe Schmieds zu bewahren. Der Künstler lebte von 1910 bis 1984 und schuf unter anderem das sehr bekannte Mosaik im Sangerhäuser Bahnhof.
Zahlreiche Gemälde finden sich noch heute in Galerien. Manches ist mittlerweile auch schon verloren gegangen. Maria Liebau aus Benndorf, sie war Leiterin eines Eislebener Zirkels für textiles Gestalten, suchte aus ihrem Fundus Reproduktionen der Bilder „Friedenssong“ und „Sagorsk“ heraus und schenkte sie Schmied-Fans. Sie denkt gern an den Besuch in Schmieds Atelier, das seinerzeit noch am Sangerhäuser Markt lag, zurück. „Der Künstler schenkte uns damals übrig gebliebene Fliesen von seinem Mosaik, das er gerade an der Wand der Sangerhäuser Bahnhofshalle anbrachte.“
Künstlerisches Erbe
Viele Menschen im Mansfelder Land kannten und schätzten Wilhelm Schmied. So auch Gudrun Riedel aus Eisleben. Sie hatte einst Schmied-Ausstellungen organisiert und auf diese Weise den Künstler und sein Werk einem großen Publikum näher gebracht. Sie meinte: „Endlich kümmert sich jemand um Schmieds künstlerisches Erbe.“
Wilhelm Schmieds Todestag jährt sich am 7. Dezember zum 30. Mal, und dieses Ereignis möchte der Wilhelm-Schmied-Verein in Sangerhausen zum Anlass für eine Vernissage in seinem alten Atelier nehmen. Werke, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, sollen für zwei Monate in sein altes Atelier zurückgeholt werden zu einer Ausstellung.
Es sind die kurzen Tagebuchnotizen des Künstlers Einar Schleef, welche die Mitglieder des Arbeitskreises auf die Idee brachten, sich auf „Spuren Sangerhäuser Künstler“ zu begeben. Die erste Veranstaltung findet am 17. Oktober, 17 Uhr im Spengler-Museum statt. Geplant ist ein Gesprächsabend zum Maler und Grafiker Wilhelm Schmied (1910-1984).
Sigrun Dittmann, Kunstwissenschaftlerin und Vorsitzende des Kulturvereins „Armer Kasten“, sowie Fritz-Dieter Kupfernagel, Vorsitzender des Einar-Schleef-Arbeitskreises, haben dazu Teilnehmer des von Wilhelm Schmied geleiteten „Zirkels für bildnerisches Volksschaffen“ (Malzirkel) eingeladen, dem auch Einar Schleef angehört hatte. Interessierte Gäste, die sogar persönliche Erinnerungen an Wilhelm Schmied weitergeben möchten, sind willkommen. (sro)
Zu diesem Zweck wird sein früheres Atelier in der Süd-West-Siedlung Sangerhausen wieder in den Arbeitsraum verwandelt, in dem bedeutende Bilder entstanden sind. Einige dieser Bilder kehren für kurze Zeit an diesen Ort zurück – Bilder aus Galerien, Depots und aus Privatsammlungen. „Ich bin unendlich dankbar für diese positive Resonanz, besonders, was die Bereitschaft betrifft, Bilder leihweise für Ausstellungen bereit zu stellen“, so Ziegler.
Mehr über den Verein und seine Arbeit gibt es bald im Internet unter www.wilhelm-schmied.de