Wasserverband Südharz Wasserverband Südharz: Ederslebener fordern nachdrücklich Versorgung mit Fernwasser

Edersleben - Den Einwohnern von Edersleben lässt das Problem keine Ruhe: Sie sind unzufrieden mit ihrem Trinkwasser. Zwar entspricht die Qualität den Vorschriften, weil die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden. Doch es enthält Uran in einer Konzentration, die sich dem Grenzwert nähert.
Mit der Nitratbelastung ist es ähnlich. Deshalb wüssten sie gern vom Wasserverband Südharz, so Gemeinderatsmitglied Helmut Pastrik (Gewerbeverein Edersleben), „welche Vorstellungen es für die Gemeinde Edersleben gibt, um nitrat- und uranfreies Wasser zu liefern“. Das brennt auch Christel Draheim auf den Nägeln. Denn die Region Allstedt wird ja teils auch schon mit Wasser aus der Rappbodetalsperre versorgt, und für den Raum Sangerhausen ist das ebenfalls geplant.
Trinkwasser kommt vom Nachbarverband
Doch die Antwort von Verbandsgeschäftsführerin Jutta Parnieske-Pasterkamp fällt ernüchternd aus: „Es gibt noch keine konkrete Planung zur Versorgung von Edersleben mit Fernwasser.“ Der Verband versorgt den Ort bisher mit Wasser, das er vom Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserverband kauft.
Würde entschieden, Edersleben künftig mit Fernwasser zu versorgen, müsste man mögliche Trassenvarianten prüfen, sagt die Geschäftsführerin. „So weit sind wir noch nicht.“ Gleiches gelte für Roßla. Doch sobald der Bau der Leitung von Nienstedt nach Sangerhausen geklärt sei, werde der Verband den Planungsprozess für die Leitung in Richtung Roßla anstoßen.
Die Trinkwasserparameter, die der Wasserverband Südharz im Internet auflistet, unterstreichen die Bedenken aus Edersleben. Der Urananteil beträgt 8,32 Mikrogramm je Liter, per Gesetz sind höchstens 10 Mikrogramm pro Liter erlaubt.
Ähnlich ist’s mit Nitrat: Das Gesetz schreibt 50 Milligramm je Liter als Grenzwert vor, doch in Edersleben sind bereits 46 Milligramm pro Liter enthalten. Beides gilt als schädlich für die Gesundheit, wenn die Grenzwerte überschritten werden. Uran deshalb, weil es chemisch-toxisch wirkt und vor allem die Nieren angreift. Und erhöhte Nitratgehalte können ebenfalls zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, schreibt das Umweltbundesamt.
Wasserverband lädt zum öffentlichen Informationsabend
Um die künftige Versorgung der Bevölkerung im westlichen Kreisgebiet wird es in der öffentlichen Fernwasser-Informationsveranstaltung gehen. Dazu lädt der Wasserverband Südharz an diesem Dienstag, 6. September, 19 Uhr nach Sangerhausen in die Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums ein. (mz)