«Thyra-Kids» wollen sich sehen lassen
Rottleberode/MZ. - Seit Mai dieses Jahres gehört die Rottleberöder Kita zu den acht Einrichtungen im Land Sachsen-Anhalt, die dafür vom Landesjugendamt gefördert werden. "Im Landkreis Mansfeld-Südharz sind wir die einzigen", sagt Gudrun Dittmar. Zur einjährigen Entwicklungszeit gehört eine Forschungsaufgabe: Förderung von Sozialkompetenzen in der gemeinsamen Bildungsförderung von behinderten und nicht behinderten Kindern.
Ziel ist es, behinderte Kinder optimal am Leben zu beteiligen. Für das Projekt stellt das Land 18 900 Euro zur Verfügung. Die Kommune Rottleberode trägt ihrerseits einen 40-prozentigen Anteil mit 12 600 Euro. Zudem wurden bereits beste Voraussetzungen geschaffen: Der Träger hat die Einrichtung vollkommen saniert. Es gibt neben den Gruppenräumen Bewegungs- und Kreativräume, eine Holzwerkstatt und ein Kinderrestaurant. Bürgermeister Ralf Rettig steht auf dem Standpunkt: "Wir investieren gern in die Bildung und Entwicklung unserer Kinder. Deshalb steht die Gemeinde auch bei diesem Projekt hinter der Einrichtung."
Die Kindertagesstätte findet im Ort eine gute Infrastruktur. Die Leiterin hebt die Verzahnung mit dem Sportzentrum und der Grundschule, die sich im selben Gebäude befindet, hervor. Außerdem gibt es hier einen Naturlehrpfad und eine enge Zusammenarbeit mit dem Zunfthof.
Zukünftig wird es auch Kooperationsverträge mit ortsansässigen Betrieben und eine enge Zusammenarbeit mit Vereinen geben. Seit dem Jahr 2000 ist die Kita eine integrative Einrichtung. Zur Zeit wird sie von drei behinderten Kindern besucht. "Wir haben eine Kapazität für 15 Kinder", sagt die Leiterin. Zwei der acht Erzieherinnen ihrer Einrichtung sind staatlich anerkannte Heilpädagoginnen. "Es ist eine sehr situationsorientierte Arbeit, die auf die Interessen und Probleme des Einzelnen eingeht. Wir werden verstärkt gruppenübergreifend arbeiten", erläutert Gudrun Dittmar. "Die Kleineren sollen von den Größeren lernen und andersherum sollen die Größeren die Kleineren unterstützen."
Die Entwicklung zum Kompetenzzentrum, von denen es bereits 19 im Land gibt, wird vorerst bis Ende 2009 dauern. Sind bis dahin alle Qualitätskriterien seitens des Trägers und der Einrichtung erfüllt, gibt es ein Zertifikat. Zur wissenschaftlichen Begleitung wurde ihnen der Diplom-Pädagoge Hans-Dieter Dammering zur Seite gestellt