Stammzellenspende Stammzellenspende: Lebensretter für Leukämie kranken Roßlaer gesucht

ROSSLA/MZ - Frank Siebert soll leben. Dieses Ziel haben sich Freunde und frühere Klassenkameraden des 40-jährigen Roßlaers gesetzt, der an Blutkrebs erkrankt ist. Nur eine Stammzellspende kann sein Leben retten. Manuela Döpel und andere rufen deshalb für Sonntag nächster Woche, 24. November, im Roßlaer Schützenhaus am Fußstieg zu einer Typisierungsaktion auf. Gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) soll dort zwischen 10 und 16 Uhr nach einem Spender für den Roßlaer gesucht werden, der Vater eines zwei Jahre alten Jungens und eines sechsjährigen Mädchens ist.
Siebert, immer sportlich fit, war vor etwa vier Wochen an Leukämie erkrankt. „Er hat sich plötzlich hundeelend gefühlt und sich deshalb untersuchen lassen, erst in Nordhausen, dann in der Uniklinik in Leipzig“, sagt Manuela Döpel, die die Aktion federführend organisiert. In Leipzig wurde dann die erschütternde Diagnose gestellt. Mittlerweile liegt der 40-Jährige in der Klinik in Leipzig, wo er eine Chemotherapie bekommt.
Wer in die Knochenmarkspenderdatei aufgenommen werden will, sollte zwischen 18 und 55 Jahre alt und gesund sein. Der Body-Mass-Index muss unter 40 liegen.
Wer als geeigneter Spender in Frage kommt, wird von der DKMS kontaktiert. Es gibt zwei verschiedene Verfahren, die lebensrettenden Zellen zu gewinnen. Stammzellen befinden sich in hoher Anzahl im Knochenmark des Beckenkamms, können aber auch direkt aus dem Blut gewonnen werden.
In etwa 80 Prozent aller Spenden werden die Stammzellen über venöse Zugänge an den Armen gewonnen. Nach dem Stand der Forschung sind Langzeitnebenwirkungen nicht belegt.
Beim zweiten Verfahren, der Knochenmarkentnahme, werden dem Spender unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm etwa fünf Prozent seines Knochenmarks entnommen. In zwei Wochen regeneriert sich das Knochenmark beim Spender vollständig.
Spender haben die Möglichkeit, ihre Zustimmung jederzeit zurückzuziehen. Bei beiden Verfahren werden Verdienstausfall und andere Kosten des Spenders von der Krankenkasse des Patienten übernommen. (Quelle: DKMS)
Die Freunde von Frank wollen nun die Hände nicht in den Schoß legen und haben Plakate und Handzettel angefertigt, mit denen sie zu der Typisierung aufrufen. Auch im Internet läuft die Aktion. „Alle 16 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs“, sagt Döpel. Sie hält ständig Kontakt mit der DKMS in Köln, die die Roßlaer unterstützt. Nach Angaben des Unternehmens sind maximal zehn Minuten nötig, um sich registrieren zu lassen. Dazu werden potenziellen Spendern fünf Milliliter Blut aus dem Arm abgenommen. Auf diese Weise können Gewebemerkmale mit denen der Leukämiepatienten verschiedenster Länder abgeglichen werden.
„Einen geeigneten Stammzellenspender für einen Patienten zu finden, ist dennoch unglaublich schwer“, sagt Rabea Karthoff von der DKMS. Entscheidend für die Übertragung von Stammzellen sei, dass Spender und Patient die gleichen Gewebemerkmale besitzen. Dies sei äußerst selten, da über 7 000 verschiedene Gewebemerkmale bekannt sind, die in Abermillionen Kombinationen auftreten können. Die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung liege derzeit bei 1 zu 20 000 bis zu weit über 1 zu mehreren Millionen. Deshalb: „Jeder einzelne Spender zählt“, so Karthoff.
Das DKMS-Spendenkonto besteht bei der Sparkasse Jena Saale Holzland.
Kontonummer: 14 49
Bankleitzahl: 830 530 30
Stichwort: Frank
Nach Angaben von Manuela Döpel wird die Typisierung für die Spender in Roßla kostenlos sein. Die Untersuchung der Gewebemerkmale kostet aber 50 Euro, die die DKMS aus Spendengeldern aufbringen muss. Deshalb wird auch um Geldspenden gebeten. In Roßla sind bereits Sparschweine in Unternehmen für die Aktion aufgestellt worden. Außerdem existiert ein Spendenkonto. Andere haben zugesagt, zu dem Termin Kuchen zu backen, Kaffee zu kochen oder Brötchen zur Verfügung zu stellen.
Die Aue-Biker, Radfreunde aus der Goldenen Aue, zu deren Gründungsmitgliedern Frank Siebert gehört, nehmen die Typisierung zum Anlass, eine Sternfahrt nach Roßla zu veranstalten. Sie wollen die Namen aller Helfer und Spender bei der Typisierung auf einem alten Auebiker-Original-Trikot verewigen und es Frank bei ihrem nächsten Besuch überreichen. „Er hatte mir das Trikot vor einigen Jahren fürs Museum überlassen. Ich glaube ganz tief im Inneren, dass ihm genau dieses Trikot mit unseren Unterschriften in Zukunft eine Menge Kraft geben wird“, schreibt Sebastian Albert, der Chef der Auebiker, in seinem Blog im Internet. Frank habe ohnehin versprochen, dass er bald wieder auf dem Rad sitzen werde.