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Sangerhausen Sangerhausen: Gipfelstürmer auf der Schachthalde

15.05.2011, 16:32

SANGERHAUSEN/MZ/SRO. - Wie immer hieß sie Wilfried Malzer auf dem Gipfel willkommen und drückte den Haldenstempel in den Gipfelpass. "Der Termin der Haldenbesteigung steht bei uns fest", sagt Gabriele Wagner (63). "Es ist immer wieder reizvoll, hier hoch zu steigen. Und so lange es der Körper noch mit macht, gehen wir im Frühjahr und Herbst hinauf." Das Ehepaar ist Mitglied des Interessenvereins Bergbau Halle, die einst die "Glück-Auf-Touren" initiiert haben, an dessen Programm sich auch die Rosenstadt Sangerhausen GmbH beteiligt. Deshalb freute man sich, am Sonntagmorgen am Fuß der Halde viele alte Bekannte zu sehen. Die Mitarbeiter des Bergbaumuseums Röhrigschacht Wettelrode und die Mitglieder des Vereins der Mansfelder Bergarbeiter Sangerhausen hatten die Haldenbesteigung wieder vorbereitet. Zur Sicherheit der Besucher wurden Absperr- und Halteseile gespannt.

Passend zum Motto des Internationalen Museumstages "Museen unser Gedächtnis" gab die riesige Abraumhalde des Thomas-Münzer-Schachtes, ein modernes Industriedenkmal, immer wieder Gelegenheit in Erinnerungen zu schwelgen. So war auch Detlef Bogusz (74) aus Sangerhausen einer der ersten Haldenkletterer. Sein Begleiter an diesem Tag war sein Nachbar Jens Dietmann. Dieser sagte schmunzelnd: "Er muss den Unwissenden mal einweihen." Schließlich hat Detlef Bogusz selbst bis 1990 für das Wachsen der Halde gesorgt: Er hatte drei Jahre auf dem Thälmannschacht bei Klostermannsfeld gelernt. Als Junghauer kam er auf den "Thomas" nach Sangerhausen. Wer die Geschichte der Halde noch nicht kannte, fand bei den ehemaligen Bergleuten immer Ansprechpartner.