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Politik Politik: Fritz Glaser verlässt Partei

Von Beate Lindner 09.09.2001, 16:19

Sangerhausen/Wallhausen/MZ. - Wie das eben manchmal so ist mit dem Fünkchen Wahrheit, das immer an einem Gerücht dran sein soll. Auch im Fall Dr. Fritz Glaser war das wieder so. Was hier und da in den vergangenen Tagen in der Kreisstadt schon gemunkelt wurde, bestätigte sich jetzt: "Auf der Mitgliederversammlung am 5. September erklärte der bisherige Sprecher des Kreisverbandes, Dr. Fritz Glaser, seinen Austritt aus der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Zu den Gründen des Austrittes gab Dr. Glaser keine Erklärung ab." So ist die Pressemitteilung des Kreisverbandes der Bündnisgrünen abgefasst und von Vorstandsmitglied Holger Werfel unterzeichnet, die durchs Fax der MZ-Lokalredaktion zum Wochenende tickerte.

Und Dr. Fritz Glaser? Der Wallhäuser gab auf Anfrage der MZ doch eine Erklärung ab. Zumindest äußerte er sich dahingehend, dass es persönliche Gründe seien, die ihn zu diesem Schritt bewogen hätten. Aber: "Der Abschied aus einer Partei bedeutet nicht automatisch auch das Ende des politischen Lebens", so der Wallhäuser im Gespräch. Ob er schon mit einer anderen Partei liebäugele? "Wie heißt es so schön: Man soll nie nie sagen, aber heute und morgen wohl nicht." Zudem: "Es gibt noch andere Möglichkeiten, aktiv zu sein. Man kann sich, wie ich es auch schon getan habe, im Rahmen von sachorientierten Bürgerinitiativen engagieren." Und dann lässt der promovierte Tierarzt doch noch einen kurzen Blick hinter die Kulissen der "persönlichen Gründe" zu: Als er sich den Landratswahlen im Mai als unabhängiger Kandidat gestellt habe, hätte es an der Unterstützung des Kreisvorstandes seiner Partei gefehlt, obwohl die Kandidatur mit dem Landesvorstand abgestimmt war. "Das hat zu meiner Entscheidung beigetragen", so Glaser am Sonntag. Fast zehn Jahre war der Mann, der erfolgreich sieben Jahre lang gegen seine Entlassung als Amtstierarzt des Kreises geklagt hatte (die MZ berichtete), Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen, fast genau so lang war er auch Sprecher. Der Austrittsentschluss sei in diesem Jahr gereift.

Klaus Peche, er sitzt für die Bündnisgrünen im Kreistag, sagte am Sonntag auf MZ-Anfrage, dass es immer schade sei, wenn jemand aus einer solch kleinen Partei austrete, zumal wenn es sich, wie bei Glaser, um eine Führungsperson und ein aktives Mitglied handele.