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Parteiwechsel Parteiwechsel: Fritz Glaser plant ein Comeback

Von Frank Schedwill 18.12.2001, 18:01

Sangerhausen/MZ. - Dr. Fritz Glaser meldet sich zurück. Der ehemalige Kreissprecher von Bündnis 90/Die Grünen engagiert sich wieder in der Lokalpolitik. Allerdings nicht mehr für die Grünen, bei denen er vor wenigen Monaten austrat, sondern in der Partei Rechtsstaatlicher Offensive (Pro) des umstrittenen ehemaligen Amtsrichters und jetzigen Hamburger Innensenators Ronald Barnabas Schill. "Ich fungiere hier als Ansprechpartner für Interessenten in der Region", sagt Glaser, der als "Amtlicher Tierarzt" bei der Kreisverwaltung arbeitet und durch einen Jahre währenden Rechtsstreit mit seinem Arbeitgeber bekannt geworden ist.

Der Zulauf sei enorm, sagt der 57-Jährige: "Überall, wo ich Gespräche geführt habe, ist großes Interesse vorhanden. Dass der Rechtsstaat mal nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten umgesetzt werden soll, spricht viele Leute an", betont Glaser: "Wir brauchen nicht schärfere Gesetze, sondern die konsequente Anwendung der vorhandenen."

Die Partei wolle aber nicht nur zu Recht und Ordnung etwas sagen, sondern sich auch lokalpolitische Themen erarbeiten. Allerdings könne dies noch einige Zeit dauern, da sich die Strukturen erst im Aufbau befinden. Laut Kay Watermann, Koordinator von Schill für die Harzregion, gibt es im Landkreis gegenwärtig vier Mitglieder und etwa 20 Interessenten. Ziel der Schill-Anhänger ist es, bis Mitte Januar einen eigenen Sangerhäuser Ortsverband zu gründen, der die Interessenten aus dem Landkreis aufnehmen wird. Die Schaffung von Kreisverbänden lasse die derzeitige auf Hamburg zugeschnittene Satzung nicht zu.

Danach soll ein Landesverband entstehen, der bereits mit eigenen Kandidaten zur Landtagswahl im April antritt. Ob Glaser, der bereits für die Grünen für die verschiedensten Ämter kandidierte, dabei sein wird? "Darüber mache ich mir keinerlei Gedanken", sagt er. Allerdings stellt er wenig später im Gespräch klar: "Wenn die Partei Erfolg haben will, geht das nur mit bodenständigen Leuten von hier und nicht mit irgendwelchen Importen." Worte, die sich durchaus auch als Bewerbung deuten lassen.