OB-Wahl in Sangerhausen OB-Wahl in Sangerhausen: Gerald Neuschl will auf den Chefsessel

Sangerhausen - Der Wahlkampf um das Sangerhäuser Oberbürgermeisteramt nimmt Fahrt auf. Der Einzelbewerber Gerald Neuschl hat jetzt seine Unterstützerunterschriften im Rathaus abgegeben. Neuschl reichte nach eigenen Angaben insgesamt 110 Unterschriften ein, 100 wären für eine Kandidatur nötig gewesen. Die Unterschriften sind nach Angaben der Stadtverwaltung bereits geprüft. „Sie müssen aber noch von Wahlleiter Jens Schuster bestätigt werden“, sagte Stadtsprecherin Marina Becker. Sollte es keine Beanstandungen geben, wovon auszugehen ist, dürfte Neuschls Kandidatur bei der Wahl am 23. April nichts mehr im Wege stehen.
Der selbstständige Unternehmer, Jahrgang 1959, hatte bereits im vergangenen Jahr im sozialen Netzwerk Facebook verkündet, dass er sich um das höchste Amt im Rathaus bewerben wolle. Seitdem macht er dort Wahlkampf.
Neuschl hat zwölf Thesen „zur Verbesserung des gesellschaftlichen und politischen Zusammenlebens in Sangerhausen und den Ortsteilen“ aufgestellt. Sie reichen von einem Umbau der Stadtverwaltung bis zu kostenlosen Kita- und Hortplätzen.
Verwaltung stark reduzieren
So will Neuschl die Zahl der Mitarbeiter in der „überdimensionalen Verwaltung im Rathaus“ um 50 Prozent reduzieren und dadurch jährlich etwa zehn Millionen Euro Personalkosten sparen. Das freigewordene Geld soll unter anderem in Kinder- und Jugendeinrichtungen, die technische Ausrüstung des Bauhofs und den Straßenbau fließen.
Außerdem spricht er sich gegen Gebühren- und Steuererhöhungen aus: „Ab sofort werden keine weiteren Investitionen oder Käufe der Stadt getätigt, um weitere Gebührenerhöhungen für die Bürger zu vermeiden.“ Einzige Ausnahme sei die Errichtung eines neuen Kulturhauses für die Kreisstadt. Neuschl will das neue Kulturhaus aber über eine Genossenschaft oder eine Lotterie finanzieren.
Ein weiterer Punkt seines Wahlprogramms ist die Innenstadt. Eine wirkliche Verkehrsberuhigung habe es bisher nicht gegeben. Dies sei auch nur durch bauliche Veränderungen in den Straßen mit Hilfe von Schwellern möglich. Alternativ regt Neuschl eine erneute Diskussion über das Aus für den Durchgangsverkehr in der Altstadt an. Ausgenommen von einem möglichen Durchfahrtsverbot sollen Anwohner und Lieferfahrzeuge sein.
Büros in den Ortsteilen
Darüber hinaus will sich der Kandidat für eine schnelle Versorgung mit uranfreiem Wasser sowie dafür einsetzen, dass jeder Stadtteil einen Ortsobmann bekommt. Zusätzlich plant Neuschl Ortsbüros in den Ortsteilen. Vor allem ältere Bürger sollen dort Ausweise oder andere Dokumente beantragen können und so nicht erst nach Sangerhausen fahren müssen.
Für die Wahl am 23. April gibt es mit Neuschl insgesamt fünf Bewerber: Neben Amtsinhaber Ralf Poschmann (CDU) sind es Holger Hüttel (Die Linke), Sven Strauß (SPD) und der Einzelbewerber Patrick Graul. Die Bewerbungsfrist um das Amt endet am 27. März. (mz)