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Nach Pleite setzt juristisches Tauziehen ein

Von Karl-Heinz Klarner 15.08.2007, 15:30

Sangerhausen/MZ. - "Ich werde jetzt Klage vor dem Landgericht einreichen", sagte Rechtsanwalt Dieter Kühne, Insolvenzverwalter der Wasserwerke. Demnach belaufen sich die Forderungen an den Abwasserzweckverband (AUV) auf 1,3 Millionen Euro und an den Trinkwasserzweckverband (TZV) auf 300 000 Euro.

Kühne zufolge haben am Mittwoch rund 80 Gläubiger ihre Forderungen angemeldet. Darunter auch die Banken und der Betriebsrat, der die Interessen von über 20 Arbeitnehmern vertritt. "Ich bin aber auch nach wie vor gesprächsbereit", sagte der Insolvenzverwalter, der der Klage am Landgericht gute Chancen einräumt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Städte und Gemeinden des Altkreises Sangerhausen als Gesellschafter der Verbände bei deren Zahlungsunfähigkeit einstehen müssten.

Dieter Kupfernagel (Linkspartei), Oberbürgermeister von Sangerhausen und ehrenamtlicher Geschäftsführer des TZV, reagierte indes zurückhaltend und verwies darauf, die Angelegenheit zunächst juristisch prüfen zu lassen. Zudem machte er erneut deutlich, dass die Forderungen auf Gegenseitigkeit beruhten. So könne der TZV gegenüber den Wasserwerken Zahlungern zwischen 600 000 und 700 000 Euro geltend machen.

Auch Adelbert Stickel, hauptamtlich tätiger Geschäftsführer des AZV sprach sich dafür aus, den juristischen Weg einzuschlagen. "Unser Forderungen an die Wasserwerke liegen bei 3,2 Millionen Euro. Da bin ich mal gespannt, ob der Insolvenzverwalter vor Gericht zum Zuge kommt", sagte Stickel am Mitwwoch der MZ.