Mansfeld-Südharz Mansfeld-Südharz: Stickel als Geschäftsführer?
Wallhausen/MZ. - Am Donnerstag werden die Weichen gestellt: In einem reichliche Dreivierteljahr soll es nur noch einen einzigen Verband im Altkreis Sangerhausen geben, der sich ums Trink- und Abwasser kümmert. Die Verbandsräte des Trinkwasserzweckverbandes (TZV) Südharz und des Abwasserzweckverbandes (AZV) Südharz treffen sich am Donnerstag zu einer gemeinsamen Klausurtagung in der Aula der Wallhäuser Grundschule.
Der Zusammenschluss beider Verbände kommt nicht von ungefähr. Eigentlich sollte es ja gar keine zwei Verbände geben, nachdem die Wasserwerke Südharz im Jahr 2006 in die Insolvenz gingen - oder wie Kritiker von jeher behaupteten: zerschlagen wurden. Doch statt eines einzigen Verbandes für die Ver- und Entsorgung wurden zwei gegründet. Was wiederum im Umweltministerium Sachsen-Anhalt nun nicht länger geduldet werden soll. Beantragten die Verbände Fördermittel vom Land, um etwa das Thürunger Klärwerk zu erweitern oder die Fernwasserleitung von Mittelhausen nach Winkel zu bauen, gab es eine klare Forderung. Geld fließe nur, wenn aus beiden Verbänden einer werde - vor allem aus wirtschaftlichen, aber auch aus demografischen Gründen, wie Referatsleiter Hans Peschel begründete. Die Verbände stimmten der Forderung des Landes zu und einigten sich, ab 2014 zu fusionieren.
Nun soll das alles aber doch schon ein Jahr eher passieren. Und kann auch kein Zusammenschluss auf gleicher Augenhöhe sein, denn der AZV kämpft noch immer damit, die teils schwierige Ausgangslage nach der Insolvenz der Wasserwerke aufzuarbeiten. So ist beispielsweise das Anlagevermögen noch immer nicht komplett erfasst, es fehlen die Jahresabschlüsse ab 2009, es stehen offene Rechnungen von rund neun Millionen Euro für Straßenentwässerungskosten zu Buche, über mehrere Jahre lag kein Wirtschaftsplan vor - und den wird es in diesem Jahr laut AZV-Geschäftsführer Adelbert Stickel auch nicht vor Mitte April geben.
Deshalb scheint es schon längere Zeit beschlossene Sache zu sein, dass der AZV in den TZV eingegliedert werden soll. Das vertraglich vorzubereiten, haben die Verbandsräte den AZV-Geschäftsführer beauftragt. Denn Adelbert Stickel ist hauptamtlich als Geschäftsführer tätig - im Gegensatz zu Ernst Hofmann, der den TZV ehrenamtlich leitet und hauptamtlich Bürgermeister der Verbandsgemeinde Goldene Aue ist.
Konkrete Pläne zur Eingliederung gibt es bisher nur als Entwurf. So soll etwa das AZV-Personal zu den bisherigen Konditionen für den künftigen Verband tätig sein. Weil der TZV zurzeit keinen hauptamtlichen Geschäftsführer hat, heißt es im Entwurf, solle der hauptamtliche AZV-Geschäftsführer erst mal die Position des Verbandsgeschäftsführers einnehmen - also Stickel. Ein hauptamtlicher Geschäftsführer solle dann zeitnah gewählt werden. Der TZV würde auch sämtliche Verträge des AZV übernehmen und dessen Rechtsnachfolge antreten. Der AZV würde zum 31. Dezember 2012 aufgelöst.