Mansfeld-Südharz Mansfeld-Südharz: Familie ist empört über AZV-Geschäftsführer
EMSELOH/MZ. - Familie Ensminger aus Emseloh ist, gelinde gesagt, empört - und zwar über den Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes Südharz (AZV), Adelbert Stickel. "Warum lügt Herr Stickel? Oder weiß er wirklich nicht, was in ,seinem' Abwasserzweckverband abläuft?" Stickel hatte gegenüber der MZ erklärt, er habe den zurückliegenden Schriftverkehr prüfen lassen, und in Emseloh sei "in der Vergangenheit 100-prozentig noch kein Erfassungsbogen zum Niederschlagswasser verschickt worden" (MZ vom 7. Mai, Seite 11). Damit widersprach er der Kritik des Emseloher Ehepaars, nun schon zum zweiten Mal zum Thema Niederschlagswasser einen Fragebogen ausfüllen zu müssen. Doch Ensmingers halten an ihrem Vorwurf fest, der MZ liegt eine Kopie ihres damaligen Schreibens an den AZV vor. Sie hatten 2009 versichert, dass vom Grundstück kein Regenwasser in öffentliche Kanäle fließt. Somit hätte sich die erneute Befragung durch den AZV erübrigt. Angesichts dieser Schikane machte die Familie ihrem Unmut am MZ-Lesertelefon Luft.
Erst jetzt räumte Stickel ein: "Es ist kein Abgleich mit den damaligen Erfassungsbögen erfolgt. Wir kennen die privaten Verhältnisse nicht. Deshalb haben wir noch mal die Fragen dazu rausgeschickt. Die Grundstücksverhältnisse können sich verändert haben." Wer neue Fragebögen erhalte, das gehe aus einem Computerprogramm hervor. Denn es fehle an Personal und wäre zu aufwendig, das alles manuell abzugleichen. Ein Datenabgleich per Computer funktioniere auch nicht, sagt Stickel. "Da nehme ich lieber so eine Kritik in Kauf."
Bisher hat der AZV 83 Prozent aller Grundstücke erfasst, für die die Niederschlagswassergebühr anfallen könnte. Bis Jahresende sollen alle Grundstücke erfasst sein. Füllt jemand den Fragebogen nicht aus, kann der AZV die Fläche schätzen. Das hatte im Vorjahr zu 1 600 Widersprüchen geführt.