Mansfeld-Südharz Mansfeld-Südharz: Alte Akten sind Gold wert
Riethnordhausen/MZ. - Die Mitgliederversammlung des Unterhaltungsverbandes (UHV) "Helme" diente keinesfalls nur dazu, einen Rückblick über die vergangenen 20 Jahre zu ziehen. Es wurde sogar ein Beschluss gefasst, nämlich den "Graben 23" an die "Kleine Helme" anzubinden.
Der UHV "Helme" gehört zu den 28 Boden- und Wasserverbänden, die sich nach der Wende entsprechend gesetzlicher Vorschrift gebildet haben. Wie Bernd Wienig, Vizepräsident des Wasserverbandstages, bestätigte, war der UHV "Helme" der erste im Land Sachsen-Anhalt. Zu den Gründungsvätern gehörte Adelbert Stickel, der noch heute Verbandsvorsitzender ist. Zu den ersten Mitarbeitern, die ebenfalls die Aufbauarbeit mit geleistet haben, zählten Sachbearbeiterin Loni Hanff und der Geschäftsführer Peter Radack. Für beide gibt es bereits Nachfolger. Für die aus dem Berufsleben ausgeschiedene Loni Hanff arbeitet nun Anja Hoffmann als Sachbearbeiterin im UHV.
Ab 1. April 2012 wird Peter Radack den Staffelstab an Christian Knape übergeben. Arbeitsgrundlage des Verbandes sind die Aktivitäten, die zu DDR-Zeit der Meliorationsbau durchgeführt hatte. Leider hatten nur wenige umsichtige Menschen Bestandsunterlagen gerettet, auf der die Arbeit des neuen Verbandes basieren kann. Deshalb gab es auch zur Jubiläumsveranstaltung den Aufruf, Akten und Unterlagen über meliorierte Gebiete zu suchen und dem Verband zur Verfügung zu stellen.
Sowohl Bernd Wienig als auch Adelbert Stickel lobten die Arbeit der Mitarbeiter, die sich oftmals durch den Behördendschungel von Brüssel, Berlin, Magdeburg bis hin zum Landkreis kämpfen müssen, um nicht zuletzt die Kommunen mit zu bedenken. Größte Herausforderung sei dabei die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Auch hier sehe man zu, dass die Region davon profitiert. Auf der Tagesordnung der vier Bauhofmitarbeiter stehen die Pflege des Grabensystems, Gehölzverschnitt der Kopfweiden, Herstellung von Biotopen, Teichsanierungen. Große Maßnahmen wie die Renaturierung von Bachläufen werden an Planungs- und Bauunternehmen vergeben.
Vehement wehrte sich Adelbert Stickel, dass der Unterhaltungsverband als Sündenbock für die Auswirkungen der Unwetter in Riestedt und der Problematik der Vernässung herhalten muss. Landrat Dirk Schatz (CDU) erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass der Landkreis Mansfeld-Südharz bereits vor drei Jahren ein Drainagekataster erarbeiten wollte, was bei den Landesbehörden auf Unverständnis stieß. Inzwischen sei es im Umweltministerium Sachsen-Anhalts zur Chefsache geworden. Ebenso positiv nannte er die Proklamierung der Helme zur Flusslandschaft des Jahres 2012 / 2013.
Die bisher größte Maßnahme des UHV entstand in Zusammenarbeit mit dem Kreisanglerverein Sangerhausen: die Wiederanbindung des Helmealtarmes am Hornissenberg an die Helme. Aber auch die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Krummschlacht und des Haselbaches sowie das Förderprojekt Eichgraben bei Wallhausen waren Umweltprojekte.
Während der Verbandsvorsitzende Stickel mehrfach die Einstellung der finanziellen Unterstützung des Verbandes durch das Land Sachsen-Anhalt kritisierte, konnte der Landtagsabgeordnete André Schröder (CDU) darauf verweisen, dass das Land zur Bewältigung von Wasserschäden 30 Millionen Euro zur Verfügung stelle.