Kreismusikschule Mansfeld-Südharz Kreismusikschule Mansfeld-Südharz: Das Geheimnis um Preisträgerkonzert

Sangerhausen/MZ - Die Mitglieder des Freundes- und Förderkreises der Kreismusikschule Mansfeld-Südharz sehen sich durch die erstmalige Ausrichtung des enviaM-Wettbewerbes „Musik aus Kommunen“ auf dem richtigen Weg.
Harmonie muss erreicht werden
„Wir haben versprochen, den Ludowingersaal unserer Schule mit Leben zu erfüllen und das versuchen wir auch weiterhin“, verspricht der stellvertretende Vorsitzende Manfred Kieling. Er ist überhaupt einer der wenigen, der schon einige Stunden im Voraus über die Platzierten Bescheid weiß. Eine Information lässt er sich nicht entlocken - außer, dass die Entscheidung der sechsköpfigen Jury unter all den hervorragenden Musikern alles andere als einfach gewesen sei. Die Frage nach dem „Warum“ lässt sich schnell beantworten: „Die Ensemblegruppen haben vorher auch schon Preise gewonnen“, entgegnet Thomas Schendzielorz. Insgesamt 34 Musikschüler in fünf Ensembles in der Altersgruppe I sowie acht in der Altersgruppe II haben schon ihre Musikalität dargeboten. Dass der Einzelne gut spielt, reicht nun aber längst nicht mehr aus, so das Fördervereinsmitglied. Vielmehr gehe es darum, dass die einzelnen Stimmen zusammen in der Gruppe harmonisch klingen.
Apropos Preisträger: Trotz Schweigen der Verantwortlichen gibt es für die prämierten Ensemblegruppen ein untrügliches Zeichen. Nämlich die Ankündigung, wer zum Preisträgerkonzert spielt. Eine Platzierung auf den vordersten Plätzen ist damit schon einmal sicher. Das Blockflötentrio Cantonom Halle vom städtischen Händel-Konservatorium erspielt sich den ersten Platz in der Altersgruppe I. Mit dem Anspruch auf einen Sieg sei man jedoch nicht nach Sangerhausen gekommen, meint Ensembleleiterin Martina Quaas. „Ziel ist, so zu spielen, dass man selbst mit sich zufrieden sein kann“, erwidert die studierte Musikpädagogin, die darüber hinaus seit über 30 Jahren Blockflöte spielt. Im vergangenen Jahr sei man bei jenem Wettbewerb mit „Altmusik“ angetreten und habe den zweiten Platz belegt, erinnert sich Quaas zurück.
Harte Konkurrenz
Minuten vor dem Preisträgerkonzert denkt der 13-jährige Harald Clausing aus Halle noch nicht über den Sieg nach. Er präsentiert als einer der jüngsten Musiktalente sein Können im Cantonom-Ensemble. Erst als auch er die Ankündigung hört, dass er und seine zwei weiteren Blockflötisten beim Preisträgerkonzert gefragt sind, huscht ein Lächeln über das Gesicht. Der 13-Jährige kann schon jetzt beachtliche Erfolge vorweisen: Zum Beispiel in 2013 und 2014 den ersten Platz bei „Jugend musiziert“. Natürlich mit der Blockflöte. Oder den ersten Platz im enviaM-Regionalwettbewerb Sachsen-Anhalt vor zwei Jahren. Dort spielte er am Klavier. Später im musischen Bereich zu arbeiten, schließt der Jugendliche jedoch kategorisch aus. Ähnlich wie auch der Sangerhäuser Hannes Jacob und sein hallescher Duo-Partner Johannes Hammer mit ihren B-Klarinetten. „Die Konkurrenz ist nämlich sehr hart“, weiß der 14-jährige Hannes. „Da müsste man schon zur Weltspitze gehören“, ergänzt sein Musikkollege Johannes (13).
Tägliches Training
Ein Anfang ist vielleicht mit dem zweiten Platz in der Altersgruppe I gemacht. Von der Kreismusikschule erzielt das Klarinettenduo die beste Platzierung. Mit vier Jahren habe Hannes mit Blockflöte-Spielen begonnen - auf Wunsch seiner Eltern. Und Hannes fand Gefallen an der Musik. Vier Jahre später wollte der damals Achtjährige Klarinette lernen. Unterrichtet wurde er nicht von irgendwem, sondern von Musikschulleiterin Peggy Bitterolf. Mittlerweile beherrscht er das Instrument so gut, dass er sowohl Solo als auch im Orchester spielen könne. Aber man ist nie gut genug. Vor solch großen Wettbewerben wie diesem, probe er nicht nur drei mal wöchentlich in der Schule, sondern täglich auch mindestens eine halbe Stunde in heimischer Atmosphäre. Das sei schon nötig.
Bei Johannes besteht zudem Interesse, auch noch Schlagzeug zu erlernen - der Klarinette möchten beide Jugendliche jedoch unbedingt treu bleiben. Um weiter zu üben, besser zu werden und sich irgendwann auch in klassischer Musik pudelwohl zu fühlen. Die sei nämlich mithin am schwierigsten, „weil man da jeden falschen Ton hört“, weiß Hannes.