Knochenmarkspende Knochenmarkspende: Ansturm bei Typisierung

SANGERHAUSEN/MZ - Die Ersten erschienen bereits eine dreiviertel Stunde vor der Eröffnung: Großer Andrang herrschte gestern bei einer Typisierungsaktion, bei der Freunde und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) nach einem Stammzellspender für den an Leukämie erkrankten Frank Siebert in Roßla suchten. Am Ende konnten im Schützenhaus am Fußstieg 758 potenzielle Spender registriert und 6 800 Euro für die Untersuchung der einzelnen Proben gesammelt werden.
Die Spender einte alle die Hoffnung, dem Vater zweier kleiner Kinder helfen zu können: Nancy Karlstedt und Bianca Wittenbecher kamen zum Beispiel extra aus Allstedt nach Roßla. Sie haben zusammen mit Siebert eine Erzieherausbildung in Heldrungen (Kyffhäuserkreis) absolviert, bis der 40-Jährige urplötzlich erkrankte. „Wir mussten einfach helfen“, sagte Wittenbecher. Ihre Freundin nickte.
Auch Manuela Döpel, die die Aktion gemeinsam mit der DKMS organisiert hatte, war begeistert über die Welle der Hilfsbereitschaft: Die junge Frau hatte die Nacht vor der Veranstaltung nicht geschlafen, so aufgeregt war sie. Als sie sah, wie viele sie unterstützten, legte sich dies aber schnell.
Zeitweise standen die Spendewilligen in einer langen Schlange, die bis auf die Straße vor das Schützenhaus reichte. „Ich bin einfach überwältigt. Ich kann mich nur bei allen bedanken, die uns in irgendeiner Weise geholfen haben“, sagte Döpel am Nachmittag.
Neben den potenziellen Stammzellspendern unterstützten viele Freiwillige die Aktion, indem sie Spendewilligen Blut abnahmen und halfen, die notwendigen Formulare auszufüllen. Wieder andere hatten Kuchen gebacken, schmierten Brötchen oder sammelten wie die Feuerwehrleute aus Tilleda Geld, um die Analyse der Blutproben bezahlen zu können. Das kostet je Probe immerhin 50 Euro.
„Trotz der vielen Hilfsangebote, die Chance ist gering, dass aus der gestrigen Typisierung ein Spender für Frank hervorgeht“, weiß Rabea Karthoff von der DKMS „Aber allein an diesem Wochenende fanden acht derartige Aktionen in Deutschland statt. Wir hoffen, dass irgendwo ein Spender für den Roßlaer dabei ist. Jede Typisierung zählt deshalb.“
Das sah auch Matthias Bader aus Sondershausen so. Der 32-Jährige nahm Anfang dieses Jahres an einer ähnlichen Aktion in Nordhausen teil. Wenige Wochen später wurde er dann von der DKMS angeschrieben, dass er tatsächlich als Spender in Frage komme. Bader, der gestern in Roßla von seinen Erfahrungen berichtete, hat mit seinen Stammzellen einem 51-jährigen Holländer helfen können. „Ich würde das immer wieder tun.“

