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Kino in Sangerhausen Kino in Sangerhausen: 50.000 Gäste im ersten Jahr

Von SUSANN SALZMANN 03.03.2014, 20:16
Michael Burkhard mit seinen Eltern Thomas und Daniela sowie Freundin Babett Hammer sind nicht nur Stammgäste, sondern kennen auch Kinobetreiberin Diana Ehrhardt und Kinochef Sylvio Verfürth (von links) gut.
Michael Burkhard mit seinen Eltern Thomas und Daniela sowie Freundin Babett Hammer sind nicht nur Stammgäste, sondern kennen auch Kinobetreiberin Diana Ehrhardt und Kinochef Sylvio Verfürth (von links) gut. SALZMANN Lizenz

SANGERHAUSEN/MZ - Experimenten stehen Kinochef Sylvio Verfürth und Kinobetreiberin Diana Ehrhardt offen gegenüber. Ein solches ist die organisierte Jubiläumsfeier zur einjährigen Wiedereröffnung des Sangerhäuser Kinos, das mit den blauen Leuchtbuchstaben „Central“ ins Innere lockt. Eine Art Dankeschön-Veranstaltung für die Stammgäste unter den Kinobesuchern und darüber hinaus allen Kinofreunden.

Die drei Kinosäle verfügen laut Kinobetreiberin Diana Ehrhardt über insgesamt 309 Sitzplätze. Um das leibliche Wohl und die Organisation kümmern sich derzeit sieben Mitarbeiter. „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ ist laut Verfürth mit rund 6 000 Besuchern der besucherstärkste Film im ersten Jahr seit der Wiederöffnung des Lichtspielhauses am Kornmarkt gewesen.  (sus)

„50 000 Kinobesucher hatten wir in diesem ersten Jahr etwa“, erzählt Verfürth. Die Erwartungen seien mit dieser Anzahl in jedem Fall erfüllt worden. Der Wunsch für die kommenden Jahre? So viele Besucher wieder in den drei mit modernster Technik ausgestatteten Kinosälen begrüßen zu können.

3D beliebt

Mit einem deutlich erhöhten Zuschauerzulauf rechnet Verfürth 2015, weil „es dann mehr Blockbuster zu sehen gibt“. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Kinobranche wählt er die Filme aus, die dann im Movie-Star-Kino laufen.

Damit scheint er genau auf einer Wellenlänge mit den Zuschauerinteressen zu liegen – zum Beispiel auf der von Ramona Jecht und Lebensgefährte Jürgen Starke. Obwohl beide große Karnevalsjecken sind, ist für sie klar, dass es am ersten Samstag im März nicht zum Karneval, sondern ins Kino zur Jubiläumsparty geht.

Bis zu dreimal im Monat wird das Lichtspielhaus für die Pölsfelderin und den Alslebener zum Erlebnisort, an dem „Top-Filme“ gezeigt werden, so der 57-jährige Starke. Beide bevorzugen 3D-Filme. Verfürth bestätigt, 3D sei genau das, was derzeit „am meisten läuft“. Am 28. Februar 2013 hat das Kino seine Türen wieder geöffnet. Gleich am folgenden Tag habe sich das Paar einen Kinobesuch gegönnt.

Lob für Service

Ins Großstadtkino fahren? Unnötig, findet Babett Hammer aus Sangerhausen. Schließlich gebe es in Sangerhausen alles, was das eingefleischte Kinoherz begehrt: Da scheint die unmittelbare Nähe noch der geringste Vorzug. „Sie sind up to date, gute Vorpremieren, sehr freundliches Personal, gemütlich und weitaus familiärer als in größeren Kinos“, zählt die 28-Jährige einige der Vorteile auf, die hier ad hoc einfallen. Als es in der Kreisstadt kein Kino mehr gegeben hat, sei sie fürs Kinoerlebnis nach Halle oder Nordhausen gefahren. Doch im Vergleich punktet das Central vor allen anderen, wie sie hinzufügt. „Die Entscheidung zur Wiedereröffnung war goldrichtig“, findet Hammer.

Diese Ansichten teilen Freund Michael Burkhard als auch dessen Eltern Daniela und Thomas, die ebenfalls regelmäßig zu Gast im Central sind. Und weil das so ist, kennt man mittlerweile auch die Chefs ganz gut, mit denen man sich zur Einjahresfeier an die Anfänge und Herausforderungen erinnert – denn außer Verfürth seien alle anderen Mitarbeiter branchenfremd gewesen. „Sie mussten lernen, wie man die Leute bedient, rechtzeitig ins Kino bekommt und viel Anderes“, sagt der Kinochef. Welche Filme sich Babett Hammer demnächst ansehen möchte? Da zeigt sie spontan auf drei Plakate im Eingangsbereich des Kinos – angeschaut werden die natürlich in Sangerhausen.

Kulturelle Bereicherung

Weiter hinten stehen Tische und Lederbänke, auf denen Beate Ostermann mit drei anderen Sangerhäuserinnen sitzt. Der Lounge-artig gestaltete Bereich gefällt. Umringt von Plakaten, die auf aktuelle Filme aufmerksam machen, kommt man schnell angeregt ins Gespräch.

Einig sind sich alle, dass das Central entscheidenden Anteil am kulturellen Leben der Stadt hat. „Aber es könnten mehr Filme abseits des Hollywood-Mainstreams gezeigt werden“, sagt Ostermann und erntet von Katharina Kaiser, Claudia Krüger und Heike Palte ein bejahendes Nicken. Eben auch mal italienische oder französische, aber auch sozialkritische Filme. „12 years a slave“ vermisst das Damenquartett. „Der läuft bei uns in vier, fünf Wochen“, relativiert Verfürth. An einzelnen Tagen werden solche „besonderen“ Filme gezeigt. „Oder es könnte mal Thementage geben“, entgegnet Krüger. Eine gute Idee, findet Sylvio Verfürth, doch: „Jeder Film, der bei uns läuft, muss dann 21 Tage mindestens durchgespielt werden und mit den drei Kinosälen ist unsere Kapazität für so etwas auch beschränkt.“