Junger Dachdecker-Meister schreibt eigene Rechnung
Siebigerode/MZ. - Daher kommt wohl auch sein Entschluss: "Ich bleibe solo. Denn stellt man Leute ein, kann das ganz schnell an die Substanz gehen. Da kommen einfach zu viele und halten die Taschen auf, ob Finanzamt, Unfallkasse oder andere Versicherungen", so der 36-Jährige. "Und dann muss ich die Preise erhöhen."
Sein Handwerk lernte er von der Pike auf. Bei der PGH Dachdecker in Eisleben absolvierte er eine dreijährige Lehre und arbeitete danach in und bei Berlin in verschiedenen Firmen. 1997 schloss er seine Ausbildung zum Meister ab.
Familiere Probleme waren es, die ihn zurück ins Mansfelder Land geführt haben. "Und wer hat hier schon Arbeit für einen Dachdecker und kann auch nur ein annähernd entsprechendes Gehalt für einen Meister mit Betriebswirtabschluss zahlen? Da blieb mir eigentlich nur der Weg in die Selbstständigkeit", begründet er seine Entscheidung zur beruflichen Unabhängigkeit.
Einfach sei der Weg zur eigenen Firma nicht gewesen, sagt Hesse. Es habe eine Reihe Hürden in Form von Anträgen und Formularen gegeben. "Überall musste ich regelrecht betteln, damit ich eine Starthilfe zum Beispiel als Überbrückungsgeld erhalten habe." Sehr hilfreich war für ihn dagegen ein Existenzgründerlehrgang.
Ob nun komplette Dacheindeckung, Dachreparaturen- oder Entwässerung - Hesse bietet alle Arbeiten rund ums Dach an.
In Axel Nowak aus Helbra mit seinem Hausmeister- und Bauservice hat Hesse einen kompetenten Partner gefunden. Sein Gebiet sind der Einbau von Fenstern und Türen, Trockenbau, Reparaturen im Fliesenbereich bis hin zur Entrümpelung. So arbeiten die Männer bei vielen Aufträgen Hand in Hand. "Hausbesitzer merken erst bei Dacharbeiten, dass es für eine Entrümpelung des Spitzbodens höchste Zeit ist und ein Dachfenster nicht schlecht wäre. Dann kann ich mit Axel rechnen", weiß Hesse.