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Fit am Computer Fit am Computer: Internet ohne Geheimnis

Von Roman Haeusgen 17.05.2002, 18:55

Hettstedt/MZ. - Ein Passwort für die E-Mail-Adresse? "Rose" geht nicht, der Name ist zu kurz. Eine andere Blume? Als gar nicht so einfach erweist es sich, schnell eine Bezeichnung zu finden, die sich leicht merken lässt. Aber schließlich hat Monika Huck die nötige Idee. Betreut von Waltraud Faust trägt sie das Wort an der dafür vorgesehenen Stelle ein. Noch ein paar Klicks - und der E-Mail-Account steht, weltweit kann Frau Huck nun elektronische Post versenden und empfangen.

Zu verdanken hat sie das dem Berufsfortbildungswerk (BFW) in Hettstedt, einer gemeinnützigen Bildungseinrichtung des Deutschen Gewerkschaftsbundes, die sich vielfältig um Weiterbildung auf verschiedenen Gebieten bemüht (MZ berichtete). Dort startete jetzt ein Kurs "Frauen ans Netz" - eine gemeinsame Aktion des Bundes-Bildungsministeriums, der Anstalt für Arbeit, der Telekom und einer Frauenzeitschrift. Kostenlos können Interessenten erste Erfahrungen im Umgang mit dem Computer, beim Einstieg ins Internet sammeln.

Neben Monika Huck gehörte am Freitag beim ersten Kurs auch Regina Rudolf zu den Einsteigern. Die 59-Jährige hat zu Hause schon eigene Technik stehen. "Windows-XP", benennt sie die Arbeitssoftware und verweist auch auf einige besondere Programme, die sie sich dafür angeschafft hat.

Mit der Bedienung selbst aber finde sie sich noch nicht so richtig zurecht, weshalb sie keine Scheu hatte, das Angebot des BFW zu nutzen, wie sie sagte. Insgesamt vier Kursteilnehmer hätten am Freitag im PC-Raum der Einrichtung in der Hettstedter Brunnenstraße Platz gehabt. Doch da zwei angemeldete Frauen absagten, konnte sich BFW-Mitarbeiterin Waltraud Faust besonders intensiv um ihre beiden Schützlinge kümmern. Schritt für Schritt erklärte sie den Einstieg in die neue Materie. Wobei ihr zu Hilfe kommt, dass das Kabinett sogar über einen Beamer verfügt: Jeder Mausklick, den Frau Faust durchführt, ist auf einer Leinwand im Raum exakt zu verfolgen. Natürlich klappt es bei den Teilnehmerinnen nicht so schnell wie unter den geschickten Händen von Waltraud Faust.

Behende wechselte die BFW-Expertin deshalb von einem Arbeitsplatz zum anderen, führt mal dieser oder jener PC-Elevin die Hand auf rechter oder linker Maustaste. Kein Problem hat sie auch damit, sich mal auf den Boden zu knien, um so ihrer Schutzbefohlenen den Weg von einem Bildschirm-Fenster zum anderen zu zeigen.

Als erstes Beispiel für die Möglichkeiten des Internets wurden die Seiten des Arbeitsamtes aufgerufen und dort die bundesweit verfügbare Jobbörse getestet. "Ich würde gern soziale Betreuung machen", meint Regina Rudolf, die zu DDR-Zeiten Landwirtschaft und Staatswissenschaften studiert hat, seit geraumer Zeit aber arbeitslos ist. Die in die Suchmaske eingegebenen Daten fördern immerhin 43 Angebote zu Tage - unter anderem in Frankfurt, Münster und Irland. "Schade, dass nichts in der Region dabei ist", bedauert die Gerbstedterin. Waltraud Faust nickt verständnisvoll.