Feuerwehr in Wippra Feuerwehr in Wippra: Unterstützer gern gesehen

Wippra - Moritz langweilt sich. Der Dreijährige ist der Sohn vom Sangerhäuser Stadtwehrleiter Thomas Klaube und mit seinem Vater Gast bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wippra. Dem Knirps interessieren all die Zahlen und Sätze nicht, die er sich notgedrungen mit anhört.
In der Freiwilligen Feuerwehr Wippra sind derzeit 22 Frauen und Männer in der Einsatzabteilung aktiv. Sie treffen sich immer am Mittwoch in der Zeit von 18 bis 21 Uhr im Gerätehaus. Die zwölf Jugendlichen versammeln sich am Freitag von 18 bis 20 Uhr. Jugendwart ist Steffen Reise. Dazu kommen in Wippra acht Mitglieder der Kinderfeuerwehr sowie eine Alters- und Ehrenabteilung mit sechs Mitgliedern. (rak)
150 Stunden Ausbildung absolviert
Weitaus interessanter finden dagegen die anderen Gäste der Hauptversammlung all das, was Wippras Feuerwehr-Chef Arno Kalina in seinem Rechenschaftsbericht vorträgt. Da sind zum einen die Zahlen, die von der geleisteten Arbeit in den letzten zwölf Monaten sprechen. 50 Dienste haben die Wippraer 2016 absolviert, das sind 150 Stunden Ausbildung. Weitaus mehr, als vom Gesetzgeber gefordert. „70 sind Pflicht“, sagt Kalina und hat noch eine weitere Zahl parat. 22 Mal wurde die Wippraer Feuerwehr im vergangenen Jahr alarmiert. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es nur sechs Alarmierungen. Es sind Zahlen, wie sie so oder in ähnlicher Form bei zahlreichen der derzeit anstehenden Jahreshauptversammlungen der Feuerwehren im Landkreis Mansfeld-Südharz und darüber hinaus auftauchen. Keinesfalls alltäglich ist allerdings ein Punkt auf der Tagesordnung, der unter den Auszeichnungen und Ehrungen des Abends auftaucht. Die Wippraer Feuerwehr bedankt sich nämlich ausdrücklich bei zwei Firmen, die ihre Arbeit unterstützt. „Partner der Feuerwehr“ nennt sich diese Aktion.
Stolz über Auszeichnung
Helmut Reise, Chef der Firma „Wippraer Wildspezialitäten“, und Jonas Kursawe von der gleichnamigen Sanitär- und Heizungstechnik-Firma sind diesmal diejenigen, die eine derartige Auszeichnung bekommen. Zuvor erhielten sie schon das Bestattungshaus Kalina und die Agrargenossenschaft Popperode. Nichts Großes ist es: Ein Blechschild, das künftig am Firmengelände angebracht wird, halten die Ausgezeichneten in ihren Händen. Und das macht sie, auch das ist zu sehen, stolz. „Für mich ist so eine Auszeichnung wahrlich nicht alltäglich. Ich sehe das schon als eine schöne Anerkennung“, so Reise spontan. Dann fügt er, leise und nachdenklich, hinzu: „Eigentlich müsste doch jeder die Feuerwehr unterstützen. Schließlich kann überall etwas passieren. Die Bereitschaft müsste doch da sein. Ist sie aber nicht, leider.“
Eben um jene Bereitschaft, im Notfall agieren zu können, dreht sich ohnehin an diesem Abend in Wippra viel. „In der Umkleide sind nur noch zwei Spinde frei“, sagt Wehrleiter Arno Kalina. Und weist dann doch auf eine Schattenseite und ein Problem hin:. „Werktags ist die Einsatzbereitschaft nur schwer zu halten.“
Ideen sind gefragt. Für Kalina ist es da nicht bloß damit getan, neue Leute zu gewinnen. Er bringt auch sogenannte Doppel-Mitgliedschaften bei Feuerwehren ins Spiel. „Das muss doch möglich sein. Wenn ein Feuerwehrmann aus einem anderen Ort hier in Wippra arbeitet, könnte er doch auch hier bei einem Einsatzalarm mitmachen“, sagt Kalina. Laut Stadt-Wehrleiter Klaube sei das kein Problem. „Es gibt da extra eine Richtlinie vom Land. Über eine Doppelmitgliedschaft ist das geregelt. Und außerdem: Wenn es wirklich brennt, und jeder Mann gebraucht wird, gibt dir der Einsatzleiter im Ernstfall schon seine Zustimmung“, sagt er zu dieser Problematik. Am Ende der Jahreshauptversammlung bleibt so noch jede Menge Diskussionsstoff. Aber das ist dem kleinen Moritz egal. Er hat jetzt wieder einen Vater, der Zeit für ihn hat. (mz)
