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Brauchtum Brauchtum: Maskierte treiben Geld für Würstchen ein

Von Steffi Rohland 08.02.2004, 18:50

Martinsrieth/MZ. - Die Nacht war kurz für die Martinsriether. Der Karneval hat den Einwohnern den Schlaf geraubt.

Den Jungmeistern Sven Albat, Lutz Gerth, Uwe Neidhold, Andreas Vollmann und Bernhard Enke durfte es allerdings nichts ausmachen, denn sie mussten am Samstagmorgen pünktlich halb zehn den Altmeister Werner Wolf von daheim abholen. Ehe sie von dort aus gemeinsam in die Schänke zogen, wurden sie zusammen mit den Rosenstädter Musikanten beköstigt. Während der Altmeister mit zwei Jungmeistern in der Gemeindeschänke Fahne und Innungslade aufstellte, zogen die anderen Jungmeister mit den Musikanten und den Korbträgern durchs Dorf, um Naturalien einzusammeln. "195 Jahre pflegen wir diesen Brauch in unserem Ort", sagte Altmeister Werner Wolf.

Der Fastnachtsverein hat ihn von der 1809 gegründeten Drescherinnung übernommen. Früher fand dieser Rundgang tatsächlich am Fastnachtsdienstag statt, aber damit die Einwohner in den Genuss des Ständchens kommen, wurde er auf einen Samstag verlegt. Erst seit einigen Jahren werden auch Karnevalsveranstaltungen mit Programm durchgeführt. Am Samstagnachmittag kamen die Kinder des Ortes nicht zu kurz. Für sie fand ein eigener Fasching auf dem Saal statt.

Das Geld, das sie für Würstchen und Brause brauchten, hatten sie sich in den Vormittagsstunden ebenfalls im Ort zusammengeschnurrt. Wie es dabei üblich ist, bettelten sie stumm und waren natürlich maskiert.