43 Orten droht neue Umlage
Sangerhausen/MZ. - Verbandsvorsitzende"Wir müssen die Umlage im Wirtschaftsplan 2009 einstellen", betonte AZV-Geschäftsführer Adelbert Stickel. Das sei im Prüfbericht für 2006 gefordert worden. Die aktuellen Zahlen ergäben nun eine Umlage von 39,33 Euro je Einwohner. Der Betrag resultiert einerseits aus offenen Forderungen der Jahre 2005 bis 2007, bei denen der AZV nicht mehr erwarten kann, dass sie beglichen werden. Das macht 26 Euro aus. Hinzu kommen 13,33 Euro aus der satzungsgemäßen Kappung der Beiträge für übergroße Grundstücke.
"Das gibt heiße Diskussionen", schwant Stickel. Denn die Verbandsräte müssen dem Wirtschaftsplan zustimmen, der auch der Kommunalaufsicht vorzulegen ist. Lehnten die Verbandsräte die Umlage aber ab, "passiert auch keine Baumaßnahme." Stickel forderte den Ausschuss auf, offen mit dem Problem umzugehen. Heinrich Dräger aus Hainrode pflichtete bei, zumal jetzt endlich "Klarheit über die Zahlen" herrsche. "Uns fällt jetzt auf die Füße, dass wir nie eine Umlage erhoben haben", sagte Heidrun Hara aus Blankenheim, die Verbandsvorsitzende. Klaus Hinsching aus Wallhausen befürchtet, es werde manchen Gemeinden schwer fallen, die Umlage aufzubringen. Und die Verbandsräte wiederum säßen in den Gemeinderäten und müssten die Entscheidungen des Verbandes darlegen.
Doch ohne Wirtschaftsplan - wie 2006 / 07 wegen der Probleme der inzwischen insolventen Wasserwerke Südharz - könne der Verband nicht investieren, mahnte die kaufmännische Leiterin des AZV, Ines Gothe. Das Anlagevermögen sei infolge der Abschreibungen seit Anfang vorigen Jahres um vier Millionen Euro geschrumpft und beträgt zurzeit 66 Millionen Euro. Der AZV müsse bauen, um das Abwasserbeseitigungskonzept wie gefordert bis Ende 2016 umzusetzen und sein Vermögen zu erhalten.
Auch für das laufende Jahr wird es laut Stickel wohl keinen Wirtschaftsplan mehr geben. Im Entwurf war eine Umlage von 9,20 Euro vorgesehen gewesen, doch das war schon bei zahlreichen Verbandsräten auf Ablehnung gestoßen. Der AZV arbeitet nach wie vor mit einer vorläufigen Haushaltsführung, wobei nur die unbedingt notwendigen Ausgaben möglich sind. Die nächste Verbandsversammlung findet am 15. September statt.