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Projekt in Ballenstedt Projekt in Ballenstedt: Hilfe für die Innenstadt

Von petra korn 26.11.2013, 18:10
„Anhalten in Ballenstedt“ heißt es auf der Schleife aus Edelstahl, mit der in Ballenstedt Ankommende begrüßt werden. Ein Handlungskonzept für die Innenstadt soll helfen, dem Anhalten ein „Ankommen und Wohlfühlen“ für Gäste wie Bürger hinzuzufügen.
„Anhalten in Ballenstedt“ heißt es auf der Schleife aus Edelstahl, mit der in Ballenstedt Ankommende begrüßt werden. Ein Handlungskonzept für die Innenstadt soll helfen, dem Anhalten ein „Ankommen und Wohlfühlen“ für Gäste wie Bürger hinzuzufügen. chris Wohlfeld Lizenz

Ballenstedt/MZ - Auf dem Weg zu einem „Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept für die Altstadt“ ist die Stadt Ballenstedt einen Schritt weiter: Durch das Büro Jost Consult Projektsteuerung aus Halle ist eine Aufgabenstellung erarbeitet worden, die im europäischen Amtsblatt veröffentlicht wurde. Bis zum 19. Dezember können sich nun Büros bewerben, die das Konzept erarbeiten wollen.

"Ankommen und Wohlfühlen"

Seit Jahren hat auch Ballenstedt mit dem Problem zu kämpfen, dass mehr und mehr Gewerbeflächen in der Innenstadt ungenutzt sind. Doch auch das Verweilen oder das Wohnen in der Innenstadt sind immer wieder diskutierte Themen. Daher hat der Stadtrat Anfang des Jahres beschlossen, ein integriertes Entwicklungs- und Handlungskonzept erarbeiten zu lassen. „Wir brauchen vor allem ein Handlungskonzept, das den handelnden Personen vor Ort - nicht nur der Verwaltung, sondern auch den Gewerbetreibenden und den Immobilienbesitzern oder -verwaltern - Möglichkeiten aufzeigt, Abhilfe zu schaffen“, unterstrich Bürgermeister Michael Knoppik (CDU). Dabei habe sich die Stadt des Büros Jost Consult Projektsteuerung bedient, um die Ausschreibung zu betreuen und eine „Filterung vorzunehmen, welche Aufgaben wir erwarten“, so Knoppik.

Das Büro, das bereits in Ballenstedt tätig war und auch die Koordination des Welterbemanagementplanes für die Stadt Quedlinburg wahrgenommen hat, hat dafür die Situation in Ballenstedt analysiert. Dabei wurde eine Fülle zu lösender Aufgaben im Stadtraum vom Rathaus über die Allee bis zum Schloss erfasst. So sieht Harry Jost in den Kulturdenkmalen und der Geschichte für die Erschließung des touristischen Potenzials ein „Pfund, mit dem man etwas machen kann“. Gerade für Touristen sollte ein Leitsystem installiert werden, das zu einem Besucher- und Informationszentrum führt, wo Zielgruppen spezielle Angebote erhalten können. Das Ziel „Ankommen und Wohlfühlen“ formuliert Harry Jost zugleich aber auch für die Ballenstedter Bevölkerung. Die durch Brachen und Leerstand zu einem „schwierigen Ort“ gewordene Altstadt soll wieder attraktiver werden. Und in der Innenstadt könnte als Magnet eine Supermarktfiliale angesiedelt werden. Dafür allerdings müsste eine unkompliziertere verkehrstechnische Erschließung erfolgen, denn die Innenstadt sei mit dem Pkw nur sehr unvorteilhaft zu erreichen.

"Solche Konzepte suchen wir"

Die Untersuchungen des Wandels der Stadt, Leerstands- und Brachflächenanalysen, die Suche nach Kräften, die die Entwicklung der Altstadt als Wohnort wieder fördern, die Betrachtung der Wechselwirkung mit Einzelhandel und Verkehr - alles das soll am Ende in „sorgfältige, aufwendige Konzepte“ münden. Harry Jost nennt hier beispielsweise so genannte Blockkonzepte, die sich ganz gezielt mit Quartieren oder Teilen von Quartieren befassen. „Solche Konzepte suchen wir“, sagt Jost, der weiß: „Es ist eine sehr komplexe Aufgabe, die wir hier fordern. Es ist einerseits eine stadtplanerische Aufgabe, aber auch eine projektbezogene Aufgabe und eine Aufgabe, die in den Tourismus geht. Das ist sehr vielschichtig.“ Jost Consult wird die eingehenden Bewerbungen sichten, eine Vorauswahl treffen und drei Büros auswählen, steckt der Projektsteuerer die weiteren Schritte ab. Diese erhalten die Aufgabe zu formulieren, in welche Richtung ihre Konzepte gehen könnten. Anhand dieser Vorschläge soll dann ein Büro ausgewählt werden, das beauftragt wird. Die Entscheidung trifft abschließend der Stadtrat. Harry Jost geht davon aus, dass das Büro dann ab Mai tätig werden und im Oktober/November Ergebnisse vorlegen könnte. Zuvor aber wird Jost Consult im Februar in Zusammenarbeit mit der Stadt Ballenstedt einen Stärken-Schwächen-Workshop durchführen, bei dem Bürgerschaft und Vereine einbezogen werden. Dieser soll neben Stärken und Schwächen, die die Ballenstedter in ihrer Stadt sehen, auch Potenziale oder Verzichtbares beleuchten. „Darauf freue ich mich schon. Das wird ein spannender Tag“, sagt Jost. Das Ergebnis des Workshops soll dann den künftigen Planern als Analyse aus der Stadt heraus mit auf den Weg gegeben werden.