Oberbürgermeisterwahl in Quedlinburg Oberbürgermeisterwahl in Quedlinburg: Frank Ruch setzt sich durch

Quedlinburg - Für den Harzer CDU-Chef Ulrich Thomas ist dieses Ergebnis nicht nur „politisch gesehen das schönste Geburtstagsgeschenk“, sondern auch der „größte Tag der CDU in Quedlinburg seit 1990“: Sein Parteifreund Frank Ruch ist neuer Oberbürgermeister von Quedlinburg. Er siegte am Sonntag klar vor seinen drei Mitbewerbern mit 56,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag höher, als von vielen Beobachtern erwartet: Sie erreichte 42,7 Prozent.
„Es war eine Teamleistung“, sagte Ruch am Sonntagabend, nachdem gegen 19.30 Uhr das Ergebnis in den 16 Stimmbezirken Quedlinburgs vorlag. „Damit ziehen wir mit breiter Brust ins Rathaus ein. Jetzt gilt es, Quedlinburg nach vorn zu bringen.“
Geburtstagskind Ulrich Thomas, der auch die CDU-Fraktion im Stadtrat führt und für seine Partei im Landtag sitzt, war nach der Wahl hoch zufrieden. „Wir haben in den letzten Monaten viel gekämpft, viel investiert“, sagte er. „Der Auftrag ist uns Verpflichtung, wir werden etwas draus machen.“
Bernd Skudelny erreichte 29,9 Prozent
Die Wahl in Quedlinburg ist klar entschieden worden. Bernd Skudelny erreichte auf dem zweiten Platz 29,9 Prozent. Er war für das Bündnis „Gemeinsam für Quedlinburg“ von Linken, FDP, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Bürgerforum und QfW angetreten.
Auf den weiteren Plätzen folgten zwei Bewerber, die im Rat derselben Zwei-Mann-Fraktion („Zukunft Quedlinburg“) angehören: Matthias Kirsch erreichte als Einzelbewerber 9,1 Prozent, Bettina Ringel-Owczarzak, die als Parteilose für „Zukunft Quedlinburg“ ins Rennen gegangen war, kam auf 4,6 Prozent.
21.841 Quedlinburger ab 16 Jahren konnten am Sonntag ihre Stimme abgeben. In den 16 Wahllokalen - davon elf in der Kernstadt Quedlinburg, zwei in Gernrode und eines in Bad Suderode sowie zwei Briefwahllokale - waren mehr als 100 ehrenamtliche Helfer im Einsatz.
Frank Ruch hat das beste Ergebnis mit 67,4 Prozent im Wahlbezirk 4, im Montessori-Kinderhaus, erreicht. Unter 50 Prozent blieb er nur im Briefwahllokal 1 mit 49,5 Prozent der Stimmen. Dort erreichte Bernd Skudelny sein stärkstes Ergebnis: 37,7 Prozent.
„Ich stehe persönlich für das Wahlergebnis gerade.“
„Ich wusste, dass es eng werden würde und habe Frank Ruch vor mir gesehen“, sagte ein enttäuschter Bernd Skudelny. Er hatte aber nicht damit gerechnet, dass sein Rivale so weit vor ihm liegen würde - und es damit nicht zu einer Stichwahl kommen muss. „Ich stehe persönlich für das Wahlergebnis gerade. Ich habe es nicht geschafft, an alle Wähler heranzukommen.“ Er habe in den vergangenen Wochen zwei Konfliktlinien wahrgenommen, sagte Skudelny: Einheimischer-Auswärtiger und Ost-West. Der SPD-Kandidat ist in Marburg geboren und in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen.
Jetzt wünsche er „der Stadt und Herrn Ruch“, dass dieser das Beste aus der Stadt mache. So erwarte er, dass der neue Oberbürgermeister tatsächlich ein Schwimmbad in Quedlinburg baut - so wie er es im Wahlkampf versprochen hat. (mz)
