Kinder in der Theorie und Praxis geschult
HEDERSLEBEN/MZ. - "Die habe ich aus einem Buch gelernt", antwortete er auf die Frage von Jürgen Mattscherodt, erster Vorsitzender der Verkehrswacht Aschersleben, woher er die Schilder schon kenne. Hier veranstaltete nämlich die Verkehrswacht in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hedersleben zum dritten Mal einen Verkehrssicherheitstag. Das Motto lautete "Mein Schulweg".
"Diese Aktion richtet sich nicht nur an Vor- oder Grundschüler, sondern auch an Fünftklässler", erklärte Hederslebens Bürgermeisterin Kornelia Bodenstein. Einer der Teilnehmer war unter anderem der siebenjährige Kevin Knörl, Klassenstufe eins. Er kam mit seinen Großeltern. "Verkehrserziehung ist sehr wichtig. Kevin wird zwar noch zur Schule gebracht, aber bald geht er auch allein. Da kann man hier noch was lernen. Einige Verkehrszeichen kennt unser Enkel aber schon", sagte seine Großmutter Monika Hildebrand.
Beim Verkehrssicherheitstag ging es aber nicht nur um theoretische Kenntnisse. Natürlich war auch die Praxis Trumpf. Dafür gab es einen Hindernisparcours, welcher mit orange-weißen Verkehrshütchen abgesteckt war. Die mussten mit dem Roller und vor allem mit dem Rad umfahren werden. Außerdem gab es eine Acht, die gemeistert und einen gelben sowie blauen Luftballon, der per Hand erwischt werden musste. Ebenso befanden sich auf der Strecke Verkehrszeichen, an deren Regeln sich die Starter zu halten hatten. "Die anderen gucken, was auf dem Parcours für Fehler gemacht werden", forderte Jürgen Mattscherodt die jungen Zuschauer zur Aufmerksamkeit auf.
Mit von der Partie war ebenfalls Augenoptikerin Petra Schmidt, bei der alle an einem Gerät einen Sehtest machen konnten. Als Moderator und DJ legte sich Verkehrswachtmitarbeiter Bernhard Woda mächtig ins Zeug. Er hatte immer einen flotten, witzigen Spruch auf den Lippen und sorgte für Musik, die auch zum Thema des Nachmittags passte. Zum Beispiel erklangen die Kinderlieder "Wir schnallen uns an", was auf den Sicherheitsgurt im Auto bezogen war, oder "Ich habe einen Blinky an meiner Jacke dran". Denn bei Dunkelheit sind diese Reflektoren sehr wichtig.
Bernhard Woda hatte auch eine Wand mit einem Memory-Spiel aufgebaut. Bei den Symbolen, die wiedererkannt werden mussten, handelte es sich natürlich um solche aus dem Straßenverkehr. "Mit diesem Spiel haben die Kinder einen Lerneffekt und eine interessante Beschäftigung", erklärte der Experte. Auch Preise gab es zu gewinnen.
Außerdem demonstrierte Lothar Kraneis, zweiter Vorsitzender der Verkehrswacht Aschersleben, wie sehr ein Helm bei einem Unfall den Kopf schützt. Er legte zur Demonstration ein rohes Hühnerei in einen passenden Minihelm und ließ es damit zu Boden fallen. Das Ei blieb dabei unversehrt.