Hausherr passt nicht durch jede Tür
Keutschen/MZ. - Volker Bessert aus Keutschen bautesich im Laufe von vielen Jahren ein Fachwerkhausaus. Das Gebäude fand er in einem desolatenZustand vor. Dennoch zog er mit seiner Familiedort ein.
Nicht durch jede Türin seinem Haus kommt Volker Bessert aus Keutschenso ohne weiteres hindurch. Hier und da musser schon Mal den Kopf einziehen. Die niedrigeDeckenhöhe in dem Fachwerkhaus aus dem Jahre1822 erfordert das. Aber mittlerweile hater sich daran gewöhnt. In dem Nachbargebäude,das der Keutschener noch nicht ordentlichherrichtete, sieht man deutlich die Lehmbauweise,ist das Gemäuer mit einem Geflecht aus Weidenholzdurchzogen. Der Lehm nehme die Feuchtigkeitbestens auf und sorge für ein behaglichesWohnklima.
1969 zog Bessert, der gelernte Schlosser,mit seiner Familie in dem Haus ein, das sichbaulich in einem desolaten Zustand befand.Bessert machte sich ans Werk und begann zusanieren. "Das Gerüst haben wir Stück fürStück weitergerückt", erinnert sich der 63-Jährige.Erst 1993 habe er die Fenster erneuern können.Von den 24 Fenstern hätten lediglich dreidie gleichen Maße gehabt. "Bei allen anderenmussten wir jedes Mal neu vermessen", blicktBessert zurück.
Kräftig Hand anlegen galt es, um den Fußbodenin den Griff zu bekommen, mussten beispielsweisedie alten Dielen entfernt werden. Doch Bessertstand nicht allein da - der Sohn und der Schwiegersohnhalfen mit. So manches Wochenende sei dabeidraufgegangen, Urlaub sowieso. Rund zehn Jahredauerte die Instandsetzung des alten Hauses.Dennoch hätten er und seine Frau Ursula vielFreude, in dem Fachwerk zu wohnen. "Holz istdoch was Lebendes", erklärt er. Der Keutschenerrät zugleich: Wer handwerklich nicht die Begabungmitbringe, der solle lieber die Hände vonso einem Haus lassen oder auf einen Lottogewinnwarten.
Seit Oktober hat Bessert dem Berufsleben adieugesagt, er ist nun im Ruhestand. "Jetzt habeich noch wesentlich mehr Zeit zum Bauen",merkt er schmunzelnd an. Vor allem das Nachbargebäudeauf dem Grundstück müsse er in den Griff bekommen.