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Harz Harz: Kabinenbahn zum Hexentanzplatz eröffnet

Von Sigrid Dillge 22.04.2012, 15:01

Thale/MZ. - Angesichts der Proportionen und Maße sei das gläserne Baby ein besonders properes Kind geworden, meinte Pamela Groll, Geschäftsführerin der Seilbahnen Thale, anlässlich der Eröffnung der neuen Kabinenbahn zum Hexentanzplatz in Thale. Der gut gelungene jüngste Spross des Unternehmens löste bei seiner Vorstellung jede Menge Begeisterung aus. "Wir sind auch mit der alten Bahn gefahren, aber diese hier ist einfach toll. Vor allem der Blick, den man durch den Glasboden auf das Bodetal hat", freuten sich am Sonnabendnachmittag Angelika und Jürgen Binder aus Wernigerode. Die beiden hatten extra zur Eröffnung der neuen Bahn einen Ausflug nach Thale gemacht und gehörten am Nachmittag zu den ersten "normalen" Fahrgästen.

Am Vormittag hatte "Proper-Baby" bereits jede Menge Prominenz über das Bodetal hinauf zum Hexentanzplatz und wieder hinunter befördert. Zu ihnen gehörte auch Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel, der die offizielle Betriebserlaubnis mitgebracht hatte. Er wünschte der Bahn, deren Vorgängerin über 36 Millionen Passagiere hatte, täglich mindestens einen Fahrgast mehr als am Vortag und kennzeichnete sie als einen touristischen Anziehungspunkt. "Heute ist ein Freudentag in Thale, denn die Thalenser sind stolz auf ihre Seilbahn", war sich Bürgermeister Thomas Balcerowski sicher. Er dankte den Mitarbeitern der Seilbahnen Thale, die während der nur sieben Monate dauernden Bauzeit an ihre Leistungsgrenzen gegangen seien.

Nachdem Angelika Zädow, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Halberstadt, und Pfarrer Christoph Tretschok von der Katholischen Kirchengemeinde die neue Bahn gesegnet hatten, gab Minister Webel mit einem symbolischen Knopfdruck den Startschuss für den Fahrbetrieb. In der neu gestalteten Talstation, die jetzt mehr Weitläufigkeit hat, blieb so manche der bordeauxroten, mit großen Panoramafenstern ausgestatteten Gondeln leer.

Die meisten Gäste wollten den besonderen Nervenkitzel, den die Bahn bietet, genießen und wählten eine hellgrüne Kabine. Der Grund: Diese haben einen gläsernen Boden und lassen so Blicke auf das zu Füßen liegende Bodetal zu. "Gerade heute, wo die Sonne auf das frische Grün scheint, ist das einfach schön", bestätigte beispielsweise Heiko Marks aus Neinstedt, der dem Thalenser Stadtrat angehört. Die neue Bahn fahre sehr ruhig, meinte er und ist stolz darauf, alle drei Kabinentypen, die es bislang gab, ausprobiert zu haben. Eine der ersten Kabinen, mit der die Seilbahn 1970 startete, hat übrigens einen Ehrenplatz in der Talstation gefunden.

"Die Neue ist viel komfortabler, ganz leise, bietet schöne Ausblicke und ist einfach wunderbar", lautet die Meinung von Anja Burow. Sie gehört zur Mannschaft der Seilbahnen Thale und hatte am Eröffnungstag jede Menge zu tun. Schließlich wollten schon am Vormittag sehr viele Bodetalgäste den neuen Schwebeweg zum Hexentanzplatz ausprobieren. Unermüdlich erklärte Anja Burow auf Deutsch und auch auf Englisch, dass dies erst nach dem offiziellen Einweihungsakt möglich sei. Das Interesse an dem gläsernen Baby war an seinem ersten richtigen Arbeitstag riesig.