Frühlingshaft und österlich Frühlingshaft und österlich: Kunstmarkt und Ausstellung auf der Konradsburg
Ermsleben - Frische frühlingshafte Farben sind in den Bildern von Ursula Gehlhaar aus Meisdorf zu finden. Sie schmeicheln der jetzigen Jahreszeit dem Betrachter und laden ihn ein, mehr zu entdecken. Die Neugier lohnt sich, denn in unmittelbarer Nachbarschaft zu Gehlhaars Kunstwerken gibt es weitere Schönheiten zu entdecken. Sie kommen aus dem Hobby-Atelier von Sabine Medenwald aus Aschersleben.
Beide Frauen stellen seit Samstag im Café und benachbarten Räumen auf der Konradsburg in Ermsleben (Stadt Falkenstein) aus. Das Besondere an Ursula Gehlhaars Arbeiten ist, dass sie alle Seide als Unterlage haben. Blüten, Blätter, Landschaften und ein fast fotografisch genaues Bild der Burg Falkenstein und viele andere Motive sind auf hauchzarten Stoff gemalt. Die gelernte Gebrauchswerberin und technische Zeichnerin besuchte von 1981 bis 1984 eine Spezialschule für Textiltechnik in Halle /Saale und gibt seit 1991 ihr Wissen und Können in Kursen an interessierte Erwachsene und vor allem an Kinder weiter. Die 77-Jährige präsentiert auch in der aktuellen Ausstellung Beispiele für die Begeisterung, die der Nachwuchs an der Seidenmalerei hat.
Um den Nachwuchs geht es – wenn auch auf ganz andere Art – in den Bildern von Sabine Medenwald. „Ich habe mich auf Kinderporträts spezialisiert“, erklärt sie die vorherrschenden Motive. Die 54-jährige Arzthelferin arbeitet in ihrem künstlerischen Hobby vorwiegend mit der Aquarelltechnik, nutzt aber auch Kombinationen mit Pastell, oder von Acryl und Tusche. Die so entstandenen Bilder der kleinen sind von bestechender Lebendigkeit. Wie das der beiden Knirpse, die nebeneinander sitzend und Eis leckend, so viel Freude ausstrahlen, dass auch der Betrachter lächeln muss.
Zeitgleich mit der Eröffnung der Ausstellung startete am Wochenende auch der Kunstmarkt auf oder besser gesagt im tiefsten Inneren der Konradsburg. „Wir machen diesen Markt bereits zum dritten Mal. Er wird von Jahr zu Jahr immer besser angenommen“, sagte Initiator Dieter Hecht. Der Markt im Keller des Ostflügels der Burg bietet Hobbykünstlern unterschiedlicher Richtungen die Möglichkeit, sich und ihre kleinen Kunstwerke vorzustellen und auch an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Österliches stand passend zum bevorstehenden Fest im Mittelpunkt. Darüber hinaus gab es jede Menge interessante Dinge zu entdecken. Hecht zeigte neben seinen großformatigen Bildern unter anderem kleinen, witzigen Ohrschmuck in Form von Obst und Gemüse oder auch Spiegeleiern.
Schmuck wurde auch von Reinhard Gille aus der Ateliergemeinschaft Schöpfrad in Aschersleben präsentiert. Er hat sich ganz der Tiffany-Technik verschrieben, verbindet Metall mit Glas, Holz, Stein, Muschelschalen oder Schneckenhäusern. Jeder der Kettenanhänger oder Ohrringe ist ein Unikat. Ein ganz anderes Angebot gab es am Stand von Gudrun Kegel und Christina Bergmann aus Ballenstedt. Frau Bergmann beherrscht die Perlenstickerei. Aus winzig kleinen Kügelchen – die meisten haben einen Durchmesser von 2,5 Millimeter, sehr viele sind noch viel, viel kleiner – entstehen unter ihren geschickten Händen die unterschiedlichsten Dekorationselemente. Gudrun Kegel hat sich schmückenden 3-D-Dingen verschrieben, gestaltet Gruß- und Glückwunschkarten mit vielen witzigen Details. Am Sonntag gaben die beiden Frauen genau wie die anderen Hobbykünstler ihre Freude am Gestalten auch an die Besucher weiter, die sich selber einen österlichen Schmuck herstellen konnten.