Freundeskreis Bibliothek Quedlinburg Freundeskreis Bibliothek Quedlinburg: Mit fast 1.600 Unterschriften ein Zeichen setzen

Quedlinburg - Mehrere Zentimeter dick ist der Stapel, den die Mitglieder des Freundeskreises Bibliothek Quedlinburg schon einmal verschnürt haben.
Darin enthalten: 1.592 Unterschriften, mit denen die Forderungen des Freundeskreises nach „mehr Unterstützung der Stadt für die Erhaltung und für benutzerfreundliche Öffnungszeiten der Kreisbibliothek in Quedlinburg“ mitgetragen werden.
„Wir sind froh über diese Unterstützung aus der Bevölkerung“, sagt Nicola Schickardt. „Das ist ein großes politisches Zeichen.“
Wie sie hinzufügt, habe der Freundeskreis auch „positive Signale aus einigen Stadtratsfraktionen“ erhalten.
Freundeskreis Bibliothek Quedlinburg: Sorgen immer größer geworden
Mehr und mehr verkürzte Öffnungszeiten, Befürchtungen, dass die Ausleihe der Kreisbibliothek womöglich ganz geschlossen werden könnte, hatten die Sorge um die Einrichtung bei den Mitgliedern des Freundeskreises wachsen lassen.
Schon seit dem Frühjahr 2017 starteten sie unterschiedlichste Aktivitäten.
Ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister gehörte ebenso dazu wie der Kontakt zum Kultur- und Sozialausschuss, um mit diesem nach dessen Besuch in der Bibliothek ins Gespräch zu kommen.
Oder ein Brief, mit dem sich der Freundeskreis Anfang März dieses Jahres an alle Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat wandte, seine Sorgen deutlich machte und um Unterstützung warb.
Freundeskreis Bibliothek Quedlinburg: Seit Mitte April Unterschriften gesammelt
Am 17. April wurde dann die öffentliche Aktion gestartet, mit der über Flyer und einen Aufsteller informiert und Unterschriften gesammelt wurden.
Gegenüber Landkreis und Stadt sei immer wieder deutlichgemacht worden, „dass auf die Einrichtung nicht verzichtet werden kann, wenn man den Bildungsauftrag ernst nimmt“, sagt Horst Hofmann.
„Es gibt sehr viele, die auf die Bibliothek angewiesen sind, weil sie sich die Bücher nicht kaufen können.“
Und der größte Teil der Nutzer der Ausleihe im Carl-Ritter-Haus komme aus der Stadt, so Hofmann weiter.
Freundeskreis Bibliothek Quedlinburg: Mehr Geld ist vonnöten
Dass die Einrichtung eine Kreisbibliothek ist, habe dabei früher keine Rolle gespielt, sagt Rolf Bielau. Jetzt aber seien andere Aufgaben - die Betreuung der kleineren Bibliotheken im gesamten Landkreis - mehr wahrzunehmen.
Und gezeigt habe sich, dass die Stadt für das Angebot der Ausleihe vor Ort in Quedlinburg mehr Geld aus ihrem Haushalt zur Verfügung stellen müsse.
Die Resonanz auf die Aktion des Freundeskreises belege, „dass so etwas von der Stadt viel ernster genommen werden muss“, so Rolf Bielau.
Freundeskreis Bibliothek Quedlinburg: Gemeinsamer Antrag zur Ratssitzung
Die Aktion ist jetzt erst einmal abgeschlossen. Die Unterschriftenlisten sollen im August an den Oberbürgermeister übergeben werden.
Geplant sei das bewusst nicht im Zusammenhang mit der Ratssitzung am Donnerstag, 28. Juni, „weil wir den Antrag nicht stören wollen“, so Nicola Schickardt.
Soll doch auf dieser Sitzung ein gemeinsamer Antrag von SPD, Bürgerforum Quedlinburg, Grüne/QfW und Linke eingebracht werden.
Laut diesem sollen im Haushalt 2019 „angemessen hohe Zuschüsse der Stadt an die Kreisbibliothek eingestellt“ und die Verwaltung beauftragt werden, Gespräche zu führen, um Öffnungszeiten von etwa 25 Stunden pro Woche und an den Samstagen anzubieten.
Freundeskreis Bibliothek Quedlinburg: Überall offene Ohren gefunden
Dennoch wolle der Freundeskreis jetzt zeigen, welches Ergebnis die Aktion hatte. Und, so Nicola Schickardt, all jenen Dank sagen, „die uns unterstützt, sich engagiert zu Wort gemeldet und mit ihrer Unterschrift ein Zeichen gesetzt haben“.
Bedanken, fügt Brigitte Kullik hinzu, wolle sich der Freundeskreis auch für die Möglichkeit, die Listen an vielen Stellen auslegen zu können. „Wir haben überall offene Ohren gefunden.“ (mz)